Andachten

Andacht

Andacht 23.01.2023

23. Januar 2023 | Peter Zaiser

Andacht 23.01.2023

Bildnachweis: Gerd Schmid

Da nahm Maria ein Pfund Salböl von unverfälschter, kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber wurde erfüllt vom Duft des Öls. - Johannes 12,3 / Warum war Maria so emotional? Auch die anderen Evangelien berichten eine ähnliche für die anwesenden Männer peinliche Begegnung. Dabei nennen sie nicht den Namen der Frau. Lukas erwähnt, dass sie eine Sünderin war. Nach dem damaligen Sprachgebrauch war das eine Frau, die Geld mit Prostitution verdiente. Erst in der Zusammenschau der vier Evangelien wird deutlich, dass diese Frau, die ihr teures Parfümfläschchen zerbricht und damit Jesus salbt, zum Freundeskreis Jesu gehörte. Es war Maria, die Schwester von Martha und Lazarus. Es war Maria, die zu den Füßen Jesu saß und lauschte, was er zu sagen hatte. Es war Maria, die von ihrem Freund hörte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“, und die erlebte, wie Jesus rief: „Lazarus, komm heraus!“ Jesus war ein Freund der Familie und gerne zu Gast bei ihnen. Was ist von der ersten Begegnung mit Jesus an in Maria vorgegangen? Wie ist Jesus ihr begegnet? Hatte Maria anfänglich gedacht, sie könne ihren Nebenjob verheimlichen? Erstaunlich ist, dass Jesus ihr die Freundschaft nicht kündigte. Vielleicht war Jesus für Maria zu Beginn ein religiöser Reformer und Heiler. Nach und nach stellte sie fest, dass er mehr als das war. Die Auferweckung von Lazarus dürfte für sie ein einschneidendes Erlebnis gewesen sein. Der Heilige Geist hatte ihr klargemacht, dass sie es mit dem Sohn Gottes zu tun hatte, der ihr seine Liebe zur Menschheit zeigte. Diese Liebe Gottes erlebte sie in der Begegnung mit Jesus und sie wurde so bewegt, dass sie ein neues Leben beginnen wollte. Ihr Freund Jesus kannte sie und stieß sie nicht zurück. Nachdem Lazarus auferweckt worden war, war sie derart ergriffen, dass sie Jesus ohne Zögern ihre Liebe und Dankbarkeit zeigen wollte. Sie wollte keine Sekunde mehr warten – egal wer hier gerade anwesend war. Sie zerbrach das Parfümfläschchen, salbte sein Haupt und seine Füße, weinte und trocknete die Füße mit ihrem Haar. Klingt irgendwie peinlich, aber für Jesus, der sieht, was im Herzen der Frau vorgeht, war es das ganz und gar nicht. Denn sie hatte mehr begriffen als alle anwesenden Männer zusammen.

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