Andachten

Andacht

Andacht 11. Dezember 2022

11. Dezember 2022 | Rinaldo G. Chiriac

Andacht 11. Dezember 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Doch diese Zeit der Dunkelheit und Verzweiflung wird nicht für immer andauern. … Denn das Volk, das in der Dunkelheit lebt, sieht ein helles Licht. Und über den Menschen in einem vom Tode überschatteten Land strahlt ein heller Schein. Denn uns wurde ein Kind geboren, uns wurde ein Sohn geschenkt. Auf seinen Schultern ruht die Herrschaft. Er heißt: wunderbarer Ratgeber, starker Gott, ewiger Vater, Friedensfürst. Seine Herrschaft ist groß und der Frieden auf dem Thron Davids und in seinem Reich wird endlos sein. - Jesaja 8,23 und 9,1.5–6 / Im 8. Jahrhundert v. Chr. befinden sich die Menschen in Juda in einer äußerst belastenden Situation: Politische Wirren haben sie in direkte Abhängigkeit zur brutalen und rücksichtslosen Weltmacht Assyrien geführt. Für die Zukunft rechnet man mit dem Schlimmsten. Doch nun beschreibt der Prophet Jesaja, wie Gott dieser Hoffnungslosigkeit entgegentritt: indem er die Geburt eines besonderen Kindes ankündigt und damit die Ankunft des Messias, des gesalbten Retters, verspricht. Denjenigen, die vor Assyrien zittern, wird verheißen: „Wenn dieser Junge zur Welt kommt, wird er die beklemmende Dunkelheit zurückdrängen.“ Was mich an dieser Weissagung rund um das Erscheinen Jesu so verwundert: Bis zu ihrer Erfüllung sollten rückblickend noch Jahrhunderte vergehen! Kein Zeitgenosse Jesajas würde die Geburt Christi erleben. Nur im Glauben würden sie an jener Krippe in Bethlehem stehen. Trotzdem reagiert Gott auf diese Weise. Vom Sohn Davids, dem Messias, zu reden und von ihm zu schwärmen ist Gottes Antwort auf die Mühen des Lebens. Nicht seine einzige Antwort – aber sicherlich seine schönste. Und dadurch wird diese Prophetenschrift relevant für die Gegenwart. Diese ungewöhnliche Perspektive möchte ich mir auch zu eigen machen. Wenn mich das Leben beunruhigt und überfordert, dann will ich mich an das Evangelium in diesen Versen erinnern. Wenn sich die Fähigkeit verflüchtigt, der Zukunft mit Hoffnung entgegenzugehen, dann will ich mir sagen: „Wer in der Dunkelheit lebt, sieht ein helles Licht. Denn ein Kind wurde geboren.“ Wenn es um die Mühen des Lebens geht, dann will ich es Gott nachmachen und meinen Blick auf das lenken, was vor mittlerweile 2000 Jahren geschah. Das versöhnt und belebt. Daraus können wir Kraft schöpfen. Von Christus zu schwärmen ist die Antwort. Nicht die einzige, aber die schönste.

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