Andachten

Andacht

Andacht 18. November 2022

18. November 2022 | Günter Schlicke

Andacht 18. November 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Langes Warten macht das Herz krank; aber ein erfüllter Wunsch gibt ihm neues Leben. - Sprüche 13,12 / Ungeduldig trippelt die zehnjährige Mia im Zimmer umher. Wo bleiben die Freundinnen nur, die sie zum Geburtstag eingeladen hat? Sie müssten doch schon längst da sein. – Ja, zu warten fällt allen schwer, nicht nur den Kindern, Teenies und Jugendlichen. Und heute, in unserer schnelllebigen Zeit ist es vielleicht besonders schwierig. Dem Geburtstag fiebern wir meist sehnsüchtig entgegen, weil wir uns auf ein gemütliches Beisammensein mit den Kindern, Enkeln, Geschwistern und Freunden bei duftendem Kaffee und leckerem Kuchen freuen. Verliebte zittern vor Aufregung, bis sie den Partner endlich in die Arme schließen können. Und zu Weihnachten locken schokoladenverzierte Plätzchen, liebevoll dekorierte Lebkuchen und schmackhafte Stollen bei Kerzenschein und Weihrauchduft. Während sich Geburtstag, Ostern, Pfingsten oder Weihnachten jährlich wiederholen, dauert es bis zur Einschulung, zum Erwerb eines Führerscheins oder zum Erreichen des Rentenalters wesentlich länger. Für Christen kommt noch ein besonderes Warten hinzu, die Wiederkunft Jesu, die er uns vor rund 2000 Jahren versprochen hat. Da ist es mitunter schwer, am Warten festzuhalten. Deshalb kommt es darauf an, wie und worauf wir warten. Das hängt jedoch von unserer inneren Einstellung und dem Anlass ab und ist je nach Menschentyp emotional sehr unterschiedlich. Erfahren wir bei einem Arztbesuch, dass der Krebs schon im fortgeschrittenen Stadium ist, fragen wir, ob Heilung noch möglich ist. Streckt uns ein schwerer Unfall mit Knochenbrüchen und inneren Verletzungen nieder, hoffen wir, dass die Rehabilitationsmaßnahmen uns wieder auf die Beine bringen. Und fesseln uns die Leiden des Alters ans Bett, sehnen wir Erlösung von Schmerzen und Beschwerden herbei. „Langes Warten macht das Herz krank.“ Doch Gottes Wort tröstet alle Leidenden: „Werft dieses Vertrauen auf den Herrn nicht weg, was immer auch geschieht, sondern denkt an die große Belohnung, die damit verbunden ist! Was ihr jetzt braucht, ist Geduld, damit ihr weiterhin nach Gottes Willen handelt. Dann werdet ihr alles empfangen, was er versprochen hat.“ (Hbr 10,35–36 NLB) Dieses Warten lohnt sich, denn Gott hat seine Zusagen bis heute immer gehalten.

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