Andachten

Andacht

Andacht 23. Oktober 2022

23. Oktober 2022 | Manfred Böttcher †

Andacht 23. Oktober 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Wenn du schon mein Geschenk nicht annimmst, dann lass mich wenigstens so viel Erde von hier mitnehmen, wie zwei Maultiere tragen können. Denn ich will in Zukunft keinem anderen Gott mehr Brand- oder Mahlopfer darbringen, nur noch dem Herrn. - 2. Könige 5,17 / Geschenke erfreuen das Herz – so lautet ein Slogan. Bei Geschenken, die herzliche Verbundenheit oder Dankbarkeit ausdrücken, ist das besonders spürbar. Solche Geschenke abzulehnen wäre unhöflich. Doch in den obigen Versen wird genau davon gesprochen. Naaman war ein angesehener Heerführer des syrischen Königs Ben-Hadad. Er litt jedoch unter einer schmerzhaften Hautkrankheit, die man damals als Aussatz bezeichnete. Keiner der syrischen Ärzte konnte ihm helfen. In seinem Haus lebte ein jüdisches Mädchen, das bei einem Feldzug der Syrer verschleppt worden war. Sie riet ihrem Herrn, beim Propheten Elisa in Samaria Heilung zu suchen. Und so machte sich Naaman mit seiner Begleitung auf den Weg. Als der Prophet ihn nicht persönlich empfing, sondern ihm nur sagen ließ, er solle siebenmal im Jordan untertauchen, war er darüber zunächst ungehalten. Doch dann folgte er der Anweisung des Propheten und wurde geheilt. Fortan war Naaman überzeugt: „Siehe, nun weiß ich, dass kein Gott ist in allen Landen außer in Israel.“ (2 Kön 5,15) Nachdem Elisa ein großzügiges Dankesgeschenk nicht annehmen wollte, erbat sich Naaman zwei Maultierlasten Erde, um Gott in seinem Land auf israelitischem Boden anbeten zu können. Naaman musste wieder nach Syrien in seine heidnische Umgebung zurückkehren. Die israelitische Erde sollte für ihn ein sichtbares Zeichen für die Güte Gottes sein, dem er fortan dienen wollte. Gleichzeitig bat Naaman Elisa um Verständnis, dass er als Feldherr genötigt sei, seinen König in den syrischen Tempel zu begleiten, doch anbeten wollte er allein den lebendigen Gott. Elisa antwortete ihm ermutigend: „Kehre heim in Frieden!“ (2 Kön 5,19 GNB) Jesus kennt unseren Wunsch nach sichtbaren Zeichen seiner Gegenwart. Deshalb schenkte er uns das Abendmahl. Darin sind einzigartige Zusagen für die Gemeinschaft mit Gott durch Christus gegeben – wir können sie in Brot und Wein sehen, greifen und schmecken. Sie sollen immer wieder neu bestätigen: Jesus wird, bis er wiederkommt, mit denen sein, die sich zu ihm bekennen und ihm nachfolgen.

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