Andachten

Andacht

Andacht 26. September 2022

26. September 2022 | Sieglinde Wilke

Ein kleines rosa Herz liegt auf einem Holzschneidebrett.

Bildnachweis: madochab / photocase.de

Halleluja! Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. - Psalm 106,1 / Vielleicht erinnerst du dich an die auffordernden Worte deiner Eltern, die dir frühzeitig beibrachten, beim Entgegennehmen von Geschenken artig Danke zu sagen. Auch dem Psalmdichter David war dies in seinem turbulenten Leben wichtig geworden. Der heutige Bibeltext steht am Anfang von vier weiteren Psalmen sowie im Buch der Chronik. Es ist schon erstaunlich, wie dieser Mann trotz der vielen Schwierigkeiten, Anfeindungen und Morddrohungen in seinem Leben immer wieder Gottes Güte erfahren hat. Mal ehrlich, zweifeln wir nicht auch manchmal an Gottes Freundlichkeit, gerade jetzt zur Erntezeit? Der letzte Sommer war heiß und trocken, so mancher Schädling machte sich über unsere Feldfrüchte her, und die Bauern stöhnten über Missernten. Wenn ich jetzt in meinen Garten schaue, sehe ich ganz am Rand einen kleinen Pflaumenbaum. Er ist dort praktisch sich selbst überlassen und muss sich mit dem begnügen, was der Boden hergibt. Als ich zur Erntezeit mit einem kleinen Eimer zu ihm ging, rechnete ich mit einigen wenigen Früchten. Doch weit gefehlt. Mein Eimer wurde brechend voll und sogar ein weiterer war am Ende bis zum Rand mit saftigen Pflaumen gefüllt. In diesem Augenblick spürte ich Gottes Freundlichkeit und Güte und stimmte innerlich in Davids Psalm mit ein. Unserem Vater im Himmel sind wir nicht egal; die Erde könnte tatsächlich alle Menschen satt machen. Dass dennoch täglich viele den Hungertod sterben, liegt an uns Menschen, an unserer Misswirtschaft und Preisspekulationen. Anstatt zu bebauen und zu bewahren, beutet der Mensch die Natur gnadenlos aus. Man ist dann schnell dabei, dies Gott in die Schuhe zu schieben. Schauen wir genau hin, dann sehen wir, wie Gott uns immer wieder mit allem versorgt, was wir brauchen. Es gibt genügend Beispiele in der Bibel, die zeigen, wie Gott sich darum kümmert, dass seine Menschenkinder ausreichend Nahrung haben. Essen und Trinken sind Bedürfnisse, die Gott in uns hineingelegt hat. Aber er weiß auch, dass Brot und Wasser allein nicht ausreichen. Gottes Freundlichkeit und Güte stehen jeden Tag unseres Lebens zur Verfügung, nicht zuletzt durch sein gutes Wort. Ich wünsche uns, dass wir unsere Augen auf die Freundlichkeiten Gottes richten – und das nicht nur heute.

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