Andachten

Andacht

Andacht 10. September 2022

10. September 2022 | Peter Zaiser

Andacht 10. September 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Der HERR ist mir erschienen von ferne: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. - Jeremia 31,3 / Meine Frau und ich saßen im Foyer eines Hotels. Zwei ältere Personen suchten einen Sitzplatz, und meine Frau bot ihnen die zwei freien Plätze bei uns an. Wir kamen ins Gespräch und ich darf ihre berührende Geschichte veröffentlichen. Sie, Brigitte und Eberhard, wohnten als Kinder in der gleichen Gasse in Plauen im Vogtland. Als sie 15 und er 17 war, verliebten sie sich ineinander, doch der Vater von Brigitte war gegen diese Verbindung. Mit 19, im Jahr 1957, ging Brigitte in den Westen und zog nach Bielefeld. Dort gründete sie eine Familie, doch ihr Mann verstarb 1989. Eberhard arbeitete Jahrzehnte in der DDR im Bergbau und war mittlerweile auch Witwer. Beide fragten bei ihren Bekannten und Verwandten, ob sie wüssten, wo der jeweils andere lebe, doch sie erhielten keine Hinweise. Eberhard konnte im April 1989 in den Westen ausreisen und lebte 21 Jahre lang in der Gegend von Detmold, ohne zu wissen, dass seine Jugendliebe nur 20 Kilometer entfernt in Bielefeld war. Doch durch ein Treffen der ehemaligen Kinder aus der Gasse in Plauen trafen sie sich nach 55 Jahren wieder. Sie verliebten sich erneut, heirateten und waren bei unserer Begegnung zehn Jahre zusammen. Als ich diese schöne Geschichte hörte, dachte ich, vielleicht geht es uns mit der Beziehung zu Jesus ähnlich. In unserer Jugendzeit, in der Kennenlernphase waren wir begeistert vom Glauben, doch dann haben wir Gott aus den Augen verloren. Vielleicht gab es auch manche Widrigkeiten, die uns von Jesus wegbrachten. Das Leben bekam andere Prioritäten und wir konnten oder wollten die Beziehung nicht mehr pflegen. Gott hat uns nie vergessen und war immer in unserer Nähe. Er hatte die Sehnsucht, uns zu begegnen, und die Geduld, um auf uns zu warten. Und dann werden wir durch eine besondere Erfahrung oder Einsicht berührt und spüren erneut, wie schön es ist, wieder mit Jesus in Verbindung zu sein. So wird es im Jeremiatext beschrieben: Gott hat sein Volk Israel immer geliebt, auch wenn es sich weit weg von ihm befand. Seine Liebe und Zuneigung sind nie weniger geworden – und sie gelten auch uns heute. So kehrt Frieden in unser Herz ein und wir wissen, dass wir nach vielen Jahren der Trennung wieder bei ihm – unserem Schöpfer, Erlöser und besten Freund – angekommen sind.

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