Andachten

Andacht

Andacht 21. August 2022

21. August 2022 | Beate Strobel

Andacht 21. August 2022

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: „Fahr hinaus auf den See und wirf mit deinen Leuten die Netze zum Fang aus!“ - Lukas 5,4 / Wir alle versuchen, ein Leben lang möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Erfahrungen machen uns sicherer, routinierter, schränken uns aber auch ein. Manchmal sind wir gerade wegen unserer Erfahrungen nicht bereit, Neues zu wagen. Diese Geschichte in Lukas handelt von Personen, die trotz ihrer Erfahrungen bereit sind, Neues zu probieren. Da kommen Fischer mit ihren Booten nach einer erfolglosen Nacht morgens mit fast leeren Fischkörben an. Jesus kommt zum Boot und fordert Petrus auf: „Fahr hinaus auf den See … wirf noch einmal die Netze aus!“ Jesus hatte oberflächlich betrachtet eigentlich keine Ahnung, er war ja kein Fischer. Sonst hätte er gewusst: Wenn nachts beim Fischzug das Netz leer bleibt, dann erst recht beim Fischen tagsüber. Wider besseres Wissen aber steigt Petrus ins Boot und fährt mit den anderen Fischern erneut los, ganz gegen seine Erfahrung und zur Unzeit. Petrus vertraut Jesus. Er traut ihm zu, dass er mehr Möglichkeiten sieht als er. Und das Vertrauen wird belohnt. Gegen jede Erfahrung füllen sich jetzt die Netze der Fischer prallvoll. Mich beeindruckt, dass Petrus Jesus vertraut und sich nicht auf seine Erfahrung zurückzieht. Er weiß: Diesen Fang hat er nicht seinem Können zu verdanken, sondern er ist der Lohn seines Vertrauens. „Fahr hinaus und wage Neues!“ Das können wir auch auf uns übertragen. Manchmal hören wir das von Menschen, die uns gut kennen und uns sagen: „In dir stecken Stärken, die du nicht im Blick hast. Du schaffst das!“ Neues wagen und erleben kann ich da, wo ich denen vertraue, die mir etwas zutrauen. Ich schaue oft mehr auf meine Grenzen als auf meine Möglichkeiten. Manchmal kommen mir auch Zweifel, ob meine Entscheidungen richtig sind. Dann fühlt sich mein Glaube an wie ein leeres Netz, und das Beten und Gottvertrauen fallen mir schwer. In diesen Situationen tut es gut, wenn mich jemand ermutigt. Zweifel sollten nicht das letzte Wort haben. Manche Menschen finden Gott nach Zeiten des Zweifelns durch Musik und Lieder, durch Bücher, die von Gott erzählen, durch Pilgerwege, Gespräche und vieles mehr. Und sie erfahren: Gott lässt mich nicht allein. Es lohnt sich immer wieder neu, „aufs Boot zu gehen und hinauszufahren“, auch zur Unzeit. Vielleicht ist eine Unzeit ja gerade die richtige Zeit.

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