Andachten

Andacht

Andacht 20. Mai 2022

20. Mai 2022 | Sabrina Rosner

Andacht 20. Mai 2022

Ehre deinen Vater und deine Mutter, dann wirst du lange in dem Land leben, das ich, der HERR, dein Gott, dir gebe. - 2. Mose 20,12 / Ehre – ein fast vergessenes Wort. Vor 3000 Jahren hatte Ehre noch einen weitaus höheren Stellenwert. Es bedeutete, sich in die hierarchische Struktur zu fügen, zum Beispiel in die der Familie; die soziale Verbundenheit und die unerlässliche und unbedingte Fürsorge für die Eltern oder andere ältere Verwandte durch die jüngere Generation. Heute würde die Umsetzung dieses positiven Aspekts von Ehre sehr gut in unsere hierzulande alternde Gesellschaft passen. „Ehre, wem Ehre gebührt“ gehört zu meinen Lieblingssprüchen. Ich finde es gut und wichtig, jemandem in einer Sache den nötigen Respekt zu erweisen, ein verdientes Lob, Anerkennung und Wertschätzung zuzusprechen. In meinem Beruf betreue ich Kinder und habe dadurch auch viel mit Müttern und Vätern zu tun. Dort sind sowohl die positiven als auch die negativen Seiten dieses Themas deutlich zu erkennen. Gewalt in körperlicher, seelischer und psychischer Form ist leider keine Seltenheit. Dennoch halten die Kinder zu ihren Eltern, sind demütig und suchen Fehlverhalten bei sich selbst. Wie kann ich das mit dem Gebot Gottes in Einklang bringen? Ich glaube, dass sich dieses Gebot nicht nur an Kinder, sondern auch an Eltern richtet. Vaterschaft und Mutterschaft ist eine bedeutende Aufgabe; Ehre und gegenseitiger Respekt liegen hier dicht beieinander. Sich dieser Verantwortung und hohen Verpflichtung voll und ganz bewusst zu sein ist eine lebenslange Verbindlichkeit. Das Kind als schutzbefohlenes Wesen zu sehen und zu behandeln, sich der Ehre des Kindes auch als würdig zu erweisen. Wie kann ich dem gerecht werden? Gott ist mein Vorbild, in dem er sich als liebevoller, geduldiger, gerechter und sanftmütiger Vater zeigt. Er hat uns gewollt, er kümmert sich um jeden Einzelnen. Er liebt uns bedingungslos, nimmt uns immer wieder an und vergibt. Dafür geben wir ihm die Ehre. Ich erwische mich dabei, dass ich in dem Bereich der bedingungslosen Liebe noch viel lernen muss. Doch ich habe Gott an meiner Seite. Mit seiner Hilfe und im täglichen Austausch mit ihm kann ich mich dieser Verantwortung stellen. Als Elternteil, als Kind meiner Eltern und als Gottes Kind.

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