Andachten

Andacht

Andacht 19. Mai 2022

19. Mai 2022 | Marli Weigt

Andacht 19. Mai 2022

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm. - Johannes 9,3 / Eine junge Frau war todkrank. Man betete inständig um Heilung, aber es besserte sich nichts. Einige „besonders fromme“ Angehörige meinten, sie müsse noch eine verborgene Sünde haben, die sie noch nicht bekannt hätte! Eine alte Frage, die immer wieder unsichere Gläubige umtreibt, die um ihr Seelenheil fürchten. Auch Jesus wurde damals gefragt, ob der Blinde oder dessen Eltern gesündigt hätten. Aber Jesus sagte entschieden: „Weder dieser noch seine Eltern.“ Auch die junge Frau belastete dies sehr. Im Seelsorgegespräch war sie verzweifelt, weil ihr nichts mehr einfiel, was sie bekennen müsste. Wie gut, dass Jesus selbst durch sein Wort trösten und einen neuen Blick öffnen konnte. Doch wie kann durch eine Krankheit die Herrlichkeit Gottes offenbar werden? Er war in den besten Jahren, als ihn die Diagnose Krebs traf. Ein langer Leidensweg begann. Chemo, Schwäche, Schmerzen, Operation, Hoffnung, Enttäuschung, Metastasen … Sein wichtigster Halt war sein Glaube an Gott. Zuerst noch schwach, aber dann immer stärker. Näher war er Gott nie gewesen als in der schweren Zeit seiner Krankheit. Trotz persönlicher Leiden konnte er anderen noch Hoffnung, Mut und Freude schenken. Er fotografierte die Schönheit der Natur, stellte Serien mit Musik zusammen und erfreute damit andere Kranke und Mutlose. Und er wurde innerlich frei, seinen Glauben an Jesus Christus zu bekennen. Er sprach von der Kraft, die Gott ihm zum Annehmen seiner Krankheit gab, und von der Hoffnung auf eine neue Erde, auf Vergebung, Frieden und Auferstehung. Eine seiner stärksten Aussagen war der Satz: „Der Krebs hat mich gerettet!“ Angst vor dem Sterben, ja, aber der Glaube und das Wissen, dass Jesus mit durch das dunkle Tal geht, gaben ihm Frieden. Viele Freunde waren beeindruckt und berührt von seiner Stärke, Freude und Zuversicht. In dem Bewusstsein, ein angenommenes Kind des himmlischen Vaters zu sein, starb er in Frieden. An ihm war die Herrlichkeit Gottes offenbar geworden. Jesus sagte einmal: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“

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