Andachten

Andacht

Andacht 13. Mai 2022

13. Mai 2022 | Franz-Josef Eiteneier

Andacht 13. Mai 2022

Bildnachweis: Weigand / photocase.de

Ihr seid also nicht länger Gefangene des Gesetzes, sondern Söhne und Töchter Gottes. Und als Kinder Gottes seid ihr auch seine Erben, euch gehört alles, was Gott versprochen hat. - Galater 4,7 / Der bekannte Naturforscher Isaac Newton hat einmal gesagt: „Wir müssen das Evangelium nicht lesen, wie ein Notar ein Testament liest, sondern wie es der rechtmäßige Erbe liest!“ Der Notar betrachtet ein Testament verständlicherweise mit juristischem Sachverstand, mit prüfenden Augen, aber ohne Anteilnahme. Er nimmt jeden Satz unter die Lupe und untersucht, ob die Verfügung juristisch einwandfrei oder anfechtbar ist. Ein Notar muss das Testament kritisch lesen und fragen, wie es gemeint und zu vollstrecken ist. Gefühlsmäßig darf er nicht beteiligt sein und sich nicht beeinflussen lassen. Viele Menschen lesen so die Bibel; kalt und kritisch suchen sie nach Widersprüchen und Ungereimtheiten. Da bleibt man unbeteiligt und verpasst die Freude und den Gewinn dabei. Kinder Gottes hingegen – die Erben – lesen ganz anders. Bei vielen Aussagen und Gedanken jubeln sie voller Freude: „Das ist für mich, das ist alles für mich! Welch ein großartiges Geschenk. Habe ich das überhaupt verdient?“ Gott macht uns in der Bibel deutlich, dass wir uns das Erbe nicht verdienen können. Paulus sagt: „Gottes Geist selbst gibt uns die innere Gewissheit, dass wir Gottes Kinder sind. Als seine Kinder aber sind wir – gemeinsam mit Christus – auch seine Erben.“ (Röm 8,16–17 Hfa) Jesus hat seinen letzten Willen ganz klar formuliert. Er betete: „Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe die Welt gegründet war.“ (Joh 17,24) Vor seiner Himmelfahrt versprach er, alles für uns im Himmel vorzubereiten und uns dann zu sich zu holen (vgl. Joh 14,2–3). Der letzte Wille Jesu meint uns – dich und mich. Wir sind die lachenden Erben seiner Liebe und seines Erlösungswerks in Kreuz und Auferstehung. Das bringt Freude und Dankbarkeit in unseren Alltag: Das ist alles für mich, für uns; welch ein Geschenk! So dürfen wir als Kinder Gottes das Testament unseres Vaters ganz anders lesen – voller Zuversicht und Freude auf den Tag, wenn es für uns eröffnet wird. Freuen wir uns auf diesen Augenblick!

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