Andachten

Andacht

Andacht 16. April 2022

16. April 2022 | Nicole Spöhr

Andacht 16. April 2022

Bildnachweis: Macavity / photocase.de

Auf den Befehl des Herrn hin verließen die Israeliten die Wüste Sin … Doch dort gab es kein Trinkwasser. Da machten die Israeliten Mose Vorwürfe und forderten: „Gib uns Wasser zum Trinken!“ „Warum macht ihr mir Vorwürfe?“, entgegnete Mose. „Und warum fordert ihr den Herrn heraus?“ Die Israeliten aber waren sehr durstig und sie beklagten sich bei Mose: „Warum hast du uns bloß aus Ägypten geführt? Etwa damit wir, unsere Kinder und unser Vieh verdursten?“ - 2. Mose 17,1–3 / „Die Zeit heilt alle Wunder“ lautet der Titel eines Lieds der Band „Wir sind Helden“, die den deutschsprachigen Pop-Rock Anfang der 2000er-Jahre wiederbelebt hat. Ja, Wunder, nicht Wunden. Es geht darum, wie der Mensch, kaum dass er laufen kann, ständig staunend stehen bleibt, um all die Wunder um sich herum wahrzunehmen. Doch mit der Zeit werden die Dinge normal, man stumpft ab und ist als Erwachsener schließlich – ganz entgegengesetzt zu früher – verzweifelt auf der Suche nach wenigstens einem Wunder. Die Frage ist: Gibt es sie nicht mehr oder sehe ich sie nicht mehr? So kommt es mir auch beim Volk Israel vor. Was haben die Israeliten nicht alles erlebt; Gott hat sie aus Ägypten geführt und das alles andere als sang- und klanglos; er hat ihnen mittels Wolken- und Feuersäule den Weg gewiesen, sie durch ein Meer gehen lassen und sie mit Manna und Wachteln versorgt. Doch schnell gehen die Beschwerden wieder los. Ist das nicht verrückt bei dieser – im wahrsten Sinne des Wortes – wunderträchtigen Vergangenheit? Habt mal ein bisschen Vertrauen, möchte ich da rufen, ihr habt doch so gute Erfahrungen mit Gott gemacht! Aber wie im Refrain des Lieds sind nur noch Narben da, wo Wunder waren. Nur noch blasse Erinnerungen, die mehr dem Gegenüber als einem selbst auffallen. Wie steht es bei dir und mir? Sind wir durch außergewöhnliche Bekehrungs- und Lebensgeschichten darauf getrimmt, dass Gott in genau dieser Größenordnung auch in unserem Leben reagiert, damit wir es als Wunder, als bedeutend wahrnehmen? Haben wir ebenso wie das Volk Israel eine gewisse Erwartungshaltung an Gott, die uns für die kleinen Wunder des Alltags blind werden lässt? Ich möchte offen sein für Gottes Wirken, mich darüber freuen und auf Durststrecken daran erinnern, wie gut er zu mir und uns Menschen war und ist.

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