Andachten

Andacht

Andacht 11. April 2022

11. April 2022 | Thomas Lobitz

Andacht 11. April 2022

Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre. - 1. Korinther 10,31 / Als meine Tochter noch klein war, spielte sie gern mit Tierfiguren aus Hartgummi. Manchmal stellte sie die Tiere der Reihe nach auf und versuchte, für jedes eine passende Umgebung zu schaffen: Die Kühe kamen auf eine imaginäre Weide, die Affen steckte sie in Spielzeugbäume und die Delfine warf sie in eine Schüssel mit Wasser. Diese Szene erinnert mich an den ersten Auftrag Gottes an die Menschen, der im Schöpfungsbericht so formuliert ist: „Sie [die Menschen] sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen!“ (1 Mo 1,26 EB) Und einen weiteren Aspekt finde ich in 1. Mose 2,15: „Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.“ Im weiteren Sinne gilt dies für die ganze Erde. Bebauen und bewahren – ein moderneres Wort dafür ist „Nachhaltigkeit“: das „Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann“ (Duden). Das ist offenbar von Gott von Anfang an so gewollt. Im weiteren Verlauf des Alten Testaments stehen Anweisungen, die dieses Prinzip verwirklichen sollen, beispielsweise das Sabbatjahr (3 Mo 25,2–8), in dem keine Felder bestellt wurden und man nur aß, was von selbst wuchs. So konnte sich der Ackerboden erneut mit Nährstoffen anreichern. Aber was hat das alles mit mir zu tun? Paulus mahnt im heutigen Bibeltext, bei all unseren Handlungen zu bedenken, dass wir sie zur Ehre Gottes tun. Speziell Essen und Trinken werden hier hervorgehoben, was gerade besonders aktuell geworden ist. Klimaforscher weisen darauf hin, dass wir durch unsere Ernährungsgewohnheiten erheblich beeinflussen können, wie viel Treibhausgas (insbesondere CO2) zusätzlich in die Atmosphäre ausgestoßen wird. Industrielle Landwirtschaft, lange Transportwege, Rodungen zugunsten von Tierfutteranbau und übermäßiger Fleischverzehr spielen hier eine Rolle. All dies sollten wir bedenken, wenn wir das nächste Mal einkaufen gehen – zur Ehre des Schöpfers, der uns alle zu Verwaltern seiner guten Gaben gemacht hat.

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