Andachten

Andacht

Andacht 10. April 2022

10. April 2022 | Günter Schlicke

Andacht 10. April 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Kämpfe den guten Kampf des Glaubens. Halte an dem ewigen Leben fest, zu dem Gott dich berufen hat und für das du ein gutes Bekenntnis vor vielen Zeugen abgelegt hast! - 1. Timotheus 6,12 / Schon als kleiner Junge hatte er Schmetterlinge geliebt und bestaunt. Jetzt als Mann war er wieder von einem Kokon fasziniert. Er fand ihn am Wegrand im Park an einem Zweig, wickelte ihn vorsichtig in ein Taschentuch und legte ihn zu Hause in einen großen Glaskasten mit Löchern im Deckel. Er konnte beobachten, wie der Kokon erzitterte. Als die Bewegungen sehr stark wurden, fürchtete er um das Tier und ritzte einen winzigen Schnitt in den Kokon. Sofort schlüpfte der Schmetterling heraus und lief am Glasrand entlang. Doch er flog nicht. Er erzählte einem Nachbarn, der Naturwissenschaften unterrichtete, von seinem Fund. Der wusste sofort, warum das Tier nicht fliegen konnte. Dem Schmetterling fehlte die Kraft, weil er sich nicht selbst aus dem Kokon herausarbeiten musste. (Nach einer Andacht von Alice Gray) Paulus ermutigt den jungen Mitarbeiter Timotheus, sich um Gerechtigkeit, Gottesfurcht, Glauben, Liebe, Geduld und Freundlichkeit zu bemühen. Er soll trotz Anfeindungen und Widerstand den „guten Kampf des Glaubens“ ausfechten. Durch sein Vorbild werden auch die Zuhörer seiner Verkündigung ermutigt, selber die frohe Botschaft der Rettung durch Jesus anzunehmen. Wir sind auch zu diesem guten Kampf aufgerufen. Viele führen ihn aber falsch. Sie meinen, sie müssten noch mehr beten, häufiger und länger in der Bibel lesen, den Leuten eifriger von Jesus erzählen – also noch mehr leisten. Diese Dinge zu tun ist grundsätzlich nicht falsch. Verlassen wir uns dabei jedoch auf unsere eigene Kraft, werden wir bald merken, dass wir das nicht schaffen. Dann sind wir frustriert oder unsere Ansichten werden extrem. Die Bibel fordert uns zwar auf, alles abzulegen, was uns im Kampf des Glaubens behindert, weil es wie zäher Leim an uns klebt. Doch statt gegen all die Untugenden wie Bequemlichkeit, Neid, Bitterkeit, Stolz, Unversöhnlichkeit, Rechthaberei und vieles mehr verbissen anzukämpfen, sollten wir Zeit mit Jesus verbringen: beten, sein Wort studieren, uns durch seinen Heiligen Geist führen lassen und ihn um Kraft zum Überwinden bitten. Dann wird auch unser Glaube wachsen, unsere Liebe wird stärker und unser Wesen immer mehr dem Charakter Jesu ähnlich.

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