Andachten

Andacht

Andacht 24. März 2022

24. März 2022 | Eberhard Schulze

Andacht 24. März 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht. - Psalm 62,9 / In dem Büchlein Lebenswende berichten zehn Personen mittleren oder fortgeschrittenen Alters darüber, wie sie Christen geworden sind. Ihre Zeugnisse des Glaubens ähneln sich: Ihre Entwicklung hin zum Glauben erstreckte sich über viele Jahre. Mehrere andere Christen waren daran beteiligt. Die Ursache für ihren Weg lag oft in Konflikten – schon in ihrer Kindheit. Ein Bekenntnis in diesen Berichten berührte mich besonders: „Ich hatte nie gelernt, meine Gefühle in einer gesunden Art und Weise auszudrücken. Ich habe alles immer heruntergeschluckt und still hingenommen.“ Dieses Bekenntnis drückt so etwas wie eine seelische Blockade aus, die den Schreiber unglücklich sein ließ. Wie freudig dagegen bekennt der Psalmist: „Wenn ich an früher denke, geht das Herz mir über: Da zog ich mit der großen Schar zum Hause Gottes, da konnte ich jubeln und danken in der feiernden Menge.“ (Ps 42,5 GNB) Hier spüren wir etwas von innerer Freiheit. Aus dem Menschen sprudeln Emotionen und Gedanken heraus. Mit vielen Menschen gleicher Gesinnung ist er zusammen, die ihn ermutigen. Diese Gemeinschaft stärkt ihn. Gottes Wort ermutigt dazu, sich auszusprechen und zum Beispiel auch belastende Schuld zu bekennen, weil es befreit: „Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“ (Jak 5,16) Wenn wir diesen Rat beherzigen, vermag er uns im Leben ein großes Stück weiterzuhelfen. Aber wenn wir unseren Gedanken freien Lauf lassen oder Menschen gegenüber Schuld offenbaren, machen wir uns auch verletzlich. Eine gewisse Vorsicht ist hier angebracht. Doch es gibt keine Garantien, dass uns Menschen nicht enttäuschen werden, denen wir Vertrauen entgegenbrachten. Deshalb ermutigt uns der Psalmtext, unser Herz vor Gott auszuschütten, der uns unendlich liebt und auf den wir uns zu 100 Prozent verlassen können. Der Liederdichter unserer Tage bestätigt uns: „In der Stille angekommen, schrei ich meine Angst heraus. Was mich quält und mir den Mut nimmt, all das schütt ich vor Gott aus. ... In der Stille angekommen, nehm ich dankbar, was er gibt. Ich darf zu ihm ‚Vater‘ sagen, weil er mich unendlich liebt.“ (ghs 120)

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