Andachten

Andacht

Andacht 23. März 2022

23. März 2022 | Josef Butscher

Andacht 23. März 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Amen, amen, ich sage dir: Als du jünger warst, hast du dich selber gegürtet und bist gegangen, wohin du wolltest. Wenn du aber älter wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst. Das aber sagte er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Und nachdem er dies gesagt hatte, sagte er zu ihm: Folge mir! - Johannes 21,18–19 / Nach der Kreuzigung Jesu treffen sich sieben Jünger am See Genezareth. Obwohl Maria Magdalena und Thomas dem Auferstandenen schon begegnet waren, ist diese Gruppe sich dessen noch nicht bewusst. Man kann sich ihre Stimmung ungefähr vorstellen. Sie stehen unter Schock. Keiner weiß, wie es weitergehen soll. Da kommt Petrus auf die Idee, fischen zu gehen, und die anderen sagen: Gut, dann gehen wir eben mit. Ergebnis: eine neue Enttäuschung. Kein Fisch geht ins Netz. Schließlich gibt sich Jesus zu erkennen, er frühstückt mit ihnen und dann kümmert er sich sehr intensiv um Petrus, fragt ihn dreimal nach seiner Liebe und deutet an, wie er einmal enden wird. Ist Petrus nicht schon durcheinander genug? Nun auch noch das! Mit „Amen, amen“ stellt Jesus seinen schwerwiegenden Worten eine doppelte Bekräftigung voran. Offenbar soll Petrus auch sein Amen dazu geben. Diese Zukunftsaussicht veranlasste Petrus in den nachfolgenden Jahren aber nicht zu Resignation oder Anklage, sondern im Gegenteil zu einem großen Eifer für das Evangelium, wie wir der Apostelgeschichte und seinen Briefen entnehmen können. Hast du dich auch für die Nachfolge Christi entschieden mit der Bereitschaft, ihm die Führung zu überlassen, und bist dann ganz anders „gegürtet“ worden, als du dir das ausgemalt hast? Das ist die Kernfrage. Vielleicht für manchen gleichzeitig die schwerste Glaubensprüfung, die es zu bestehen gilt.

Zurück