Andachten

Andacht

Andacht 03. März 2022

03. März 2022 | Günter Schlicke

Andacht 03. März 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Die Schlange war das listigste von allen Tieren, die Gott, der Herr, erschaffen hatte. „Hat Gott wirklich gesagt“, fragte sie die Frau, „dass ihr keine Früchte von den Bäumen des Gartens essen dürft?“ - 1. Mose 3,1 / Eine Frau in einem Dorf konnte nicht verstehen, wie sich Eva so leicht hatte verführen lassen können. Sie schimpfte, krakeelte und spottete über eine solche Naivität und Dummheit und posaunte lautstark, ihr würde so etwas niemals passieren. Einer Bäuerin missfiel dieses Gehabe. Sie lud die Frau ein, jeden Tag umsonst bei ihr zu essen. Auf dem Tisch stand jedoch eine Schüssel, die mit einem Deckel abgedeckt war. In die durfte sie nicht hineinsehen. Einige Wochen ging alles gut, bis die Frau eines Tages den Deckel doch einen Spalt breit anhob. Da sprang eine Maus heraus und nach einem Schrei des Entsetzens klatschte scheppernd der Deckel auf den Topf. Als die erschrockene Bäuerin herbeieilte, saß die Frau starr und stumm am Tisch. Als die Schlange Eva animierte, Gottes Verbot zu missachten, gab es so viele Früchte im Garten, dass Eva nicht einmal alles probieren konnte. Aber weil das Verbotene reizte, nutzte die Schlange das Bedürfnis nach neuem Wissen aus, um Eva zu verführen. Sie spürte plötzlich Angst und Scham und versteckte sich mit Adam vor Gott. Auch ihr bisher harmonisches Verhältnis war gestört und jeder wälzte die Schuld an den Folgen auf den anderen ab. Seitdem übt Verbotenes einen magischen Reiz aus, dem schwer zu widerstehen ist. Das Kleinkind setzt den Fuß auf die Fahrbahn und blickt verstohlen zu den Eltern, die das verboten haben. Schulkinder spielen auf der Straße Fußball, weil es bis zum Bolzplatz zu weit ist. Doch Erwachsene sind oft nicht besser. Sie futtern während der Fernsehsendung eine ganze Tafel Schokolade auf einmal, obwohl sie wissen, dass sie damit ihrer Gesundheit schaden. Mancher Autofahrer setzt sich trotz eines Biers hinters Steuer, obwohl er weiß, dass damit seine Fahrtüchtigkeit schon eingeschränkt ist. Leider werden viele erst durch Schaden klug – nicht zwangsläufig durch den eigenen. Gott wollte und will uns Menschen vor Schaden bewahren. Wenn wir seine Gebote und Weisungen in allen Bereichen unseres Lebens beachten und ihm vertrauen, bleibt uns vieles erspart.

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