Andachten

Andacht

Andacht 01. März 2022

01. März 2022 | Rinaldo G. Chiriac

Andacht 01. März 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Und der Engel des HERRN fand sie an einer Wasserquelle in der Wüste … Und er sprach: Hagar, Magd Sarais, woher kommst du, und wohin gehst du? Und sie sagte: Vor Sarai, meiner Herrin, bin ich auf der Flucht. Da sprach der Engel des HERRN zu ihr: Kehre zu deiner Herrin zurück, und demütige dich unter ihre Hände! … Ich will deine Nachkommen so sehr mehren, dass man sie nicht zählen kann vor Menge. Da nannte sie den Namen des HERRN, der zu ihr geredet hatte: Du bist ein Gott, der mich sieht! - 1. Mose 16,7–10.13 / Unerfüllte Sehnsüchte, Arroganz, der Missbrauch von Autorität und eine leichtsinnige Notlösung treiben die Dienstmagd im Haushalt Abrams in die Verzweiflung. So reißt sie aus und nimmt Kurs auf Ägypten (V. 7), ihre Heimat. Wer weiß, vielleicht ist das Leben dort erträglicher … Bemerkenswerterweise kommt es in der Wüste – an diesem einsamen, trockenen, lebensfeindlichen Ort – zu einer Begegnung mit dem Himmel. Ja, Gott mutet der jungen Frau zu, in das krisenreiche Umfeld zurückzukehren und sich all den Unannehmlichkeiten wieder auszusetzen. Doch gleichzeitig verspricht er ihr eine überaus segensreiche Zukunft; sie lauscht derselben Verheißung, die bereits Abram gegeben wurde. All dies führt Hagar zu der Erkenntnis, dass Gott sie sieht. Nicht nur als Teil einer Gruppe, sondern als Individuum. Sie, die man leicht übersehen könnte. Die als Frau, Ausländerin und Dienerin nur überaus selten Respekt empfängt. Und die in unserem Bericht ausschließlich von Gott bei ihrem Namen genannt wird. So fern der Schauplatz und die Zeit auch sein mögen, diese Geschichte beeindruckt mich sehr. Denn sie verrät: Selbst in der „Wüste“ – wenn wir mit Einsamkeit kämpfen oder gescheitert sind – kann Gott uns begegnen und uns seinen Segen schenken. Selbst in Umständen, in denen wir das längst nicht mehr erwartet hätten. Gewiss, manchmal mutet Gott uns eine Menge zu und Not bleibt uns nicht erspart. Aber in all dem sollten wir nicht vergessen, dass Gott uns wahrnimmt und uns kennt. Er sieht uns! Auch dann, wenn wir eine eher unscheinbare Person sind, der keine Aufmerksamkeit zuteilwird. Auch dann, wenn wir die Ignoranz oder gar Ablehnung anderer Menschen für gerechtfertigt halten. Nichts kann Gottes Interesse und Mitgefühl von uns abwenden. Nicht einmal wir selbst.

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