Andachten

Andacht

Andacht 12. Februar 2022

12. Februar 2022 | Burkhard Mayer

Andacht 12. Februar 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Wem zieht der König von Israel nach? Wem jagst du nach? Einem toten Hund, einem einzelnen Floh! - 1. Samuel 24,15 / Der Floh gehört zu den 90 Prozent aller Tierarten, die kleiner als ein Daumennagel sind. Man kann ihn noch mit bloßem Auge erkennen. Er ist ein Blutsauger, kann bis zu einen Meter weit springen, legt bis zu 2000 Eier und kann gut 100 Tage ohne Nahrung auskommen. Auch in der Bibel wird der Floh erwähnt. Nachdem David in der Höhle von En Gedi einen Zipfel von Sauls Mantel abgeschnitten hatte und Saul mit seinen Männern gerade dabei ist, aufzubrechen, ruft David ihm unseren Eingangstext nach: „Wem jagst du nach? Einem toten Hund, einem einzelnen Floh!“ Er bittet Saul um Mitgefühl und Gerechtigkeit. Dann weist er auf Gott hin als den, der ihn ganz anders, nämlich gerecht beurteilt. David war sich dessen sicher, und das dürfen wir auch sein. In Jesaja 41,44 vergleicht der Prophet Jesaja Israel mit einem Wurm, dem Gott helfen will. Durch diese Wortwahl will er nicht entmutigen oder abwerten. Er nennt Israel so, weil sich das Volk damals genau so fühlte. Jesaja macht ihm Mut, auf Gott zu sehen und die Wurmperspektive zu verlassen. Aufsehen zu ihm, das tut gut und beendet lähmendes Selbstmitleid. In Sprüche 30,28 begegnen wir einem weiteren kleinen, sehr flinken Tier. An Wachposten vorbei gelingt der Eidechse mühelos der Zutritt zu königlichen Palästen. Ein treffendes Bild dafür, dass uns nichts und niemand zu keiner Zeit davon abhalten sollte, zum wahren, zum größten König zu gelangen. „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen!“, sagt Jesus (Joh 6,37). Ja, es heißt sogar, die Eidechse findet sich in Palästen, sie wohnt dort. Wohnrecht haben wir bei Jesus bereits heute und dann auf der neuen Erde – nicht wie die Eidechse als fast unsichtbarer Untermieter. Floh, Wurm und Eidechse. Drei kleine Tiere, durch die Gott uns veranschaulicht, dass er jeden von uns sieht, uns erlöst hat, unsere Perspektive verändert, und uns signalisiert: Du bist ganz herzlich willkommen bei mir! Heute und in Zukunft!

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