Andachten

Andacht

Andacht 10. Februar 2022

10. Februar 2022 | Günther Machel

Ein kleines rosa Herz liegt auf einem Holzschneidebrett.

Bildnachweis: madochab / photocase.de

Nichts soll zwischen euch stehen, das euch am gemeinsamen Gebet hindert. - 1. Petrus 3,7 / Ein älteres Ehepaar wurde gefragt, was das Geheimnis seiner langjährigen Ehe gewesen sei. Der Mann schaute seine Frau kurz an und sagte dann mit einem verschmitzten Lächeln: „Uns war am Anfang gesagt worden, dass in der Ehe nicht immer alles glatt laufe. Manchmal könne es dicke Luft geben – und dann sei es besser, an die frische Luft zu gehen, statt sich in die Haare zu kriegen. Das hat geholfen. Ich bin oft an der frischen Luft gewesen.“ Als meine Frau und ich vor 47 Jahren heirateten, haben wir auch so manchen Rat bekommen. Was in der Trauansprache im Einzelnen gesagt wurde, wissen wir nicht mehr – aber der obige Bibeltext dieses Tages begleitet uns bis heute. Schon vor unserer Hochzeit hatten wir damit begonnen, gemeinsam zu beten. Anfangs war das sicherlich etwas unbeholfen, aber es ist für uns zu einer hilfreichen, guten Gewohnheit geworden, morgens und vor allem abends vor dem Schlafengehen gemeinsam Gott anzubeten. Natürlich haben wir die dicke Luft in unserer Ehe auch kennengelernt. Und dann habe ich mich gerne nochmals an den Schreibtisch gesetzt, um dem gemeinsamen Tagesabschluss auszuweichen. Meist hat das nicht funktioniert, weil meine Frau einfach abgewartet hat und die dicke Luft verarbeitet werden musste. „Wenn ihr zornig seid, dann ladet nicht Schuld auf euch, indem ihr unversöhnlich bleibt. Lasst die Sonne nicht untergehen, ohne dass ihr einander vergeben habt.“ (Eph 4,26 Hfa) Die Sonne war in der Regel längst nicht mehr zu sehen. So haben wir dann manche Nachtstunde mit Gesprächen verbracht, um wieder frische Luft atmen zu können. Wenn wir daran zurückdenken, dann können wir nur dankbar feststellen, wie gut diese Gespräche getan haben und wie wertvoll der biblische Hinweis uns geworden ist. Mit Groll im Herzen kann man nicht wirklich vor Gott treten. Und mit einer einfachen Handbewegung sind die Ursachen der Verstimmtheit auch nicht beiseitezuschieben. Wenn am Ende dann aber wieder die Hände gefaltet werden können, man sich gegenseitig vergibt und auch bereit ist, an einer Verbesserung mitzuwirken, dann schweißt das im wahrsten Sinn des Wortes zusammen. Auch wenn dabei vielleicht ein paar blaue Flecken entstehen. Der obige Bibeltext ist der beste Rat, den wir nicht nur zur Hochzeit geben können.

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