Andachten

Andacht

Andacht 13. Januar 2022

13. Januar 2022 | Lothar Wilhelm

Andacht 13. Januar 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Die ungeistlichen Altweiberfabeln aber weise zurück; übe dich selbst aber in der Frömmigkeit! - 1. Timotheus 4,7 / Es gibt im Wort Gottes Aufforderungen, die lassen mich fragen: Wie soll ich das denn umsetzen? So geht es mir auch beim heutigen Text. Kann man Frömmigkeit üben? Die Frage verschärft sich noch, wenn ich mir den Text genauer anschaue. Für „üben“ steht im griechischen Grundtext ein Wort, das wir aus dem Sport kennen: Gymnastik. Kann man Frömmigkeit so trainieren wie den eigenen Körper? Noch komplizierter wird es, wenn ich frage: Was ist hier unter der „Frömmigkeit“ zu verstehen, die ich üben soll? Offensichtlich ist das nicht so eindeutig, denn die Übersetzer geben mir sehr unterschiedliche Versionen. Hoffnung für alle: „ein Leben nach Gottes Willen […] führen“; Neues Leben Bibel: „im Glauben immer stärker […] werden“; Neue Genfer Übersetzung: „so […] leben, dass Gott geehrt wird“; Elberfelder Bibel: „übe dich aber zur Gottseligkeit“. Im Grundtext steht ein Wort, das von seinem Stamm her bedeutet: „vor jemandem oder von etwas zurücktreten“, „einen Abstand herstellen“ (L. Coenen, Hg., Theologisches Begriffslexikon zum NT). Das Wort drückt Scheu, Staunen oder auch Furcht aus. Aber die Vorsilbe bedeutet „gut“. Es geht also um eine Erfahrung, die mich erstaunen oder gar erschrecken lässt, aber nicht so, dass ich Angst bekomme, sondern so, dass es mir guttut. Diese Erfahrung kenne ich aus der Begegnung mit Jesus. Wenn ich mir vor Augen führe, was die Bibel über ihn berichtet und was das für mich und mein Leben bedeutet, dann erfasst mich so etwas wie „Gottesfurcht“ (SLT) – ein Glücksgefühl ohne Angst. Lässt sich das üben? Um den Körper zu trainieren, muss ich Zeit und Kraft einsetzen und bestimmte Bewegungen regelmäßig wiederholen. Dadurch kann ich allmählich die Belastung steigern und werde fitter. Das gilt genauso für das gedankliche und geistliche Leben. „Vergeude keine Zeit mit Streitereien über gottlose Ideen und Ammenmärchen“, so beginnt der Apostel Paulus den Vers 7 (NLB). So viel Nutzloses strömt unermüdlich auf uns ein, wie bekomme ich da die nötige geistige Kraft für den Alltag? Wenn ich täglich die Gedanken Gottes in mich aufnehme, so wie wir sie von Jesus lernen, dann kann ich gestärkt in den Tag gehen. Wenn ich mich regelmäßig mit der Güte Gottes beschäftige, übe ich Frömmigkeit.

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