Andachten

Andacht

Andacht 05. Januar 2022

05. Januar 2022 | Roland E. Fischer

Andacht 05. Januar 2022

Bildnachweis: giftgruen / photocase.de

Was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn er selbst dabei unheilbar Schaden nimmt? Oder was kann ein Mensch als Gegenwert für sein Leben geben? - Matthäus 16,26 / Menschen streben im Allgemeinen nach Wohlergehen und Wohlstand im Leben, nach Erfolg und Gewinn, nach Ruhm und Ehre. Daran ist auch grundsätzlich nichts auszusetzen; es fragt sich nur, zu welchem Preis. Was setzen wir ein, um Erfolg und Ansehen zu erzielen? Zeit und Geld, Kraft und Talente? In welchem Maße und vor allem: mit welchen Werten? Manche haben nur einen Wert: möglichst schnell und weit vorankommen, auch mit dem Einsatz der Ellenbogen und gar dem Hintergedanken, dass jeder Mensch seinen Preis hat; soll heißen: dass jeder Mensch käuflich ist. Das ist eines der Themen, die Friedrich Dürrenmatt in seinen Dramen und Romanen verarbeitet. Der Schweizer Schriftsteller wäre heute 100 Jahre alt geworden. In seiner Tragikomödie Der Besuch der alten Dame beschreibt er eine Dorfgemeinschaft, die sich durch riesige Geldsummen von der alten Dame kaufen lässt und schließlich einen Mitbewohner tötet, an dem sich die Dame rächen will. Seine Lebenserfahrungen „Geld ist Macht“ und „Menschen sind käuflich“ treibt Dürrenmatt hier mit einiger Ironie auf die Spitze. Jesus spricht in den Evangelien oft über Besitz und Reichtum. Dabei hat auch er weder prinzipiell etwas gegen Hab und Gut einzuwenden, noch plädiert er für einen armutsnahen Lebensstil. Es geht ihm um die Einstellung zu den materiellen Dingen: Sind sie die wichtigsten Werte in unserem Leben? Bestimmen sie unser Denken und Handeln? Was sind wir bereit, dafür einzusetzen? Auch Jesus treibt diese Fragestellung im Matthäustext auf die Spitze. Auf der einen Seite steht „die ganze Welt gewinnen“ und auf der anderen Seite „selbst unheilbar Schaden nehmen“. Das Leben, letztlich das ewige Leben, hat aber keinen Gegenwert, es ist nicht käuflich. Der Kontext macht deutlich, was damit gemeint ist: Es geht um die Nachfolge Jesu. Wer sich durch materielle Dinge von der Nachfolge Jesu abhalten lässt, wird dauerhaft Schaden nehmen, er verliert sich selbst. Wer jedoch Jesus nachfolgt, gewinnt das Leben, ja, das ewige Leben! Danke, Herr, dass wir auf dich vertrauen dürfen und du uns so reich beschenkst.

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