Andachten

Andacht

Andacht 30.11.2021

30. November 2021 | Holger Teubert

Andacht 30.11.2021

Bildnachweis: Gerd Schmid

Darin übe ich mich, allezeit ein unverletztes Gewissen zu haben vor Gott und den Menschen. - Apostelgeschichte 24,16 / Die Polizei in Minersville in Pennsylvania/USA erhielt 2018 einen Brief mit einem 5-Dollar-Schein. Darin schrieb ein gewisser Dave, dass er 1974, also vor 44 Jahren, einen Strafzettel über zwei Dollar für falsches Parken erhielt. Er hätte immer vorgehabt, die Strafe zu bezahlen. Über 40 Jahre trug er den Strafzettel in seiner Brieftasche mit sich herum. In dieser Zeit hätte ihm sein Gewissen keine Ruhe gelassen. Er bat um Verständnis, dass er keine weiteren Informationen preisgebe. Als Absender gab er lediglich an: „Fühle mich schuldig.“ Dass der Mann wegen einer so geringen Summe auch nach über 40 Jahren keine Ruhe fand, werden manche als merkwürdig empfinden. Doch wenn das Gewissen plagt, kommt es nicht auf die Höhe oder Schwere der Schuld an. Es geht darum, eine Sache in Ordnung zu bringen. Das Gewissen scheint der große Störenfried in unserem Leben zu sein. Wir haben es immer wieder mit Auseinandersetzungen zwischen richtig und falsch zu tun. Selbst Menschen, die nicht christlich geprägt sind, kennen dies. In Römer 2,14–15 (NLB) steht: „Wenn sogar Menschen, die Gottes geschriebenes Gesetz nicht haben, unbewusst so handeln, wie es das Gesetz vorschreibt, so beweist das, dass sie in ihrem Herzen Recht und Unrecht unterscheiden können. Durch ihr Verhalten zeigen sie, dass Gottes Gesetz in ihr Herz geschrieben ist, denn ihr eigenes Gewissen und ihre Gedanken klagen sie entweder an oder bestätigen, dass sie das Richtige tun.“ Jeder Mensch hat die Möglichkeit, sich zwischen Recht und Unrecht zu entscheiden. Das Gewissen kann allerdings auch manipuliert werden. Jesus klagte einmal über die religiösen Leiter seiner Zeit: „Ihr bürdet den Menschen fast unerträgliche Lasten auf, doch ihr selbst rührt keinen Finger, um diese Lasten zu tragen.“ (Lk 11,46 Hfa) Es gibt Leute, die ganz genau wissen, wie sich andere verhalten sollen und denen ein schlechtes Gewissen vermitteln, die nicht so handeln. Es ist nicht immer leicht, zwischen der Stimme Gottes in meinem Gewissen und den falschen Erwartungen anderer zu unterscheiden. Umso befreiender ist es, wenn wir auf das am Gebot Gottes orientierte Gewissen gehört und so das Richtige getan haben.

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