Andachten

Andacht

Andacht 27.11.2021

27. November 2021 | Dennis Meier

Andacht 27.11.2021

Bildnachweis: Gerd Schmid

Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht. - Jesaja 7,9 / Es gewinnt immer der, der am stärksten auf die Glocke hauen kann. So könnte man die Weltgeschichte zusammenfassen. Da gibt es im 8. Jahrhundert v. Chr. die Assyrer mit den längsten Militärparaden und einem beachtlichen Siegerportfolio. Und dann sind da diese drei Staaten Israel, Juda und Aram (Syrien), die als nächste auf Assyriens Einkaufsliste stehen (Mopfer – kurz für Mobbingopfer – würde mein Sohn sagen). Dagegen muss man sich zusammenrotten, denken sich Israel und Aram, aber König Ahas von Juda sagt: Nö! Wahrscheinlich, weil er schon einmal erlebt hat, dass das nichts bringt. Nun sind die ersten beiden sauer und denken, man müsse in Juda einfach dafür sorgen, dass dort jemand König wird, der etwas geschmeidiger ist. Dafür wollen sie sorgen und marschieren gen Süden. In der ausweglosen Situation und der Frage, ob König Ahas von Juda sich den zu seiner „Überzeugung“ ausgerückten Truppen stellen soll und mit der Tatsache, dass dahinter der richtig böse Mann mit der großen Keule wartet (Assyrien), tritt plötzlich der Prophet Jesaja auf den Plan. Aber es fühlt sich an wie „Schlimmer geht immer“, als er Ahas von Gott (sinngemäß) ausrichtet: Tu’s nicht, bleib ruhig, hab keine Angst, ich kümmer mich drum (V. 4 ff.). Doch irgendwie gelingt es Ahas nicht, diese tollen Tipps umzusetzen. Und spätestens hier sind wir bei uns. Die Wahl zwischen Pest und Cholera gibt es immer mal an den Wegscheiden des Lebens und manchmal sogar im Alltag. Als Seelsorger kenne ich die Situation (und Versuchung), dass ich Ratsuchenden einen ganzen Sack voll famoser Angebote unterbreite, die Antwort aber immer heißt: Nein, das wird nichts bringen. Am Ende habe ich nur noch ein „Lass Gott mal machen“ oder „Bete und vertraue“ auf Lager und denke oft, dass das nicht viel ist. Das Richtige zu tun, ist ja oft schon schwer genug, aber gar nichts zu tun, und Gott machen zu lassen, das scheint die Königsdisziplin zu sein. Hier geht Gott die Extrameile mit König Ahas; er malt ihm detailgetreu seinen Plan vor Augen und denkt sich dann ein Zeichen aus, weil Ahas nicht mal dazu fähig ist. Alles nur, um ihm diesen einen kurzen Satz aus Jesaja 7,9 zu unterbreiten, der im Original eine Alliteration ist und frei übersetzt lauten müsste: „Wenn ihr nicht glaubt, dass ich Steherqualitäten habe, dann werdet ihr auch nicht bestehen.“ Also, was trauen wir Gott zu?

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