Andachten

Andacht

Andacht 23.11.2021

23. November 2021 | Roland E. Fischer

Andacht 23.11.2021

Bildnachweis: Gerd Schmid

Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich einem deiner Tagelöhner gleich! Und er machte sich auf. - Lukas 15,18–20 / In unserer Gesellschaft findet seit einiger Zeit eine Debatte über Heimat statt: Wo ist deine Heimat? Dort, wo du geboren und aufgewachsen bist, oder wo dein Lebensmittelpunkt ist? Wo Menschen sind, die dich lieben und die du liebst? Jesus erzählte einmal eine Geschichte über Heimat: Ein junger Mann verließ sein Elternhaus. Offensichtlich wollte er es bewusst hinter sich lassen, er fühlte sich dort nicht mehr zu Hause. Doch in der Fremde ging es ihm schlecht: Er war mittellos, verlassen, hungrig – am Ende! Schließlich beschloss er, zurückzukehren: nicht nach Hause, nur in das Haus seines Vaters, und nicht als Sohn, sondern nur als Knecht. Doch es kam anders: „Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße. Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden.“ (Lk 15,20.22.24) Nun war er wirklich daheim, jetzt – da bin ich sicher – fühlte er sich zu Hause. Da gab es aber noch seinen älteren Bruder, der nie das Haus des Vaters verlassen hatte – war er zu Hause? Nein! Seine Reaktion zeigt, dass auch er sich nie wirklich daheim fühlte (Lk 15,28–30). Beide Söhne vermissten das Gefühl von Heimat: der eine, weil er fortgegangen war, und der andere, obwohl er zu Hause geblieben war. Der eine kam wirklich heim – und der andere? Beiden begegnete der Vater mit Liebe, Güte und Vertrauen. Der Unterschied lag nicht beim Vater, sondern bei den Söhnen: Konnten sie die Liebe und Güte des Vaters annehmen? Ob wir uns bei Gott zu Hause fühlen, liegt nicht an ihm. Er liebt jeden Menschen gleich und will alle in sein Haus aufnehmen. Es liegt an uns, ob wir seine Liebe und Güte annehmen können. Sagen wir Ja, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, und lassen uns als Kinder Gottes aufnehmen? Dann sind wir bei Gott daheim – jetzt und in Ewigkeit.

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