Andachten

Andacht

Andacht 22.10.2021

22. Oktober 2021 | Peter Zaiser

Andacht 22.10.2021

Bildnachweis: Gerd Schmid

Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. - Prediger 3,11 / Ich saß vor meinem Notebook und schaltete es ein. Es tat sich nichts, kein Leben mehr. Egal welchen Knopf ich drückte, alles blieb schwarz! Schnell fuhr ich zu einem Fachgeschäft. Dort wurde ich mit den Worten begrüßt: „Haben Sie eine Sicherheitskopie ihrer Dateien?“ „Nein, denn der Ausfall kam für mich sehr überraschend!“ „Sehen Sie, das ist genau wie bei jenen Leuten, die ihr Leben lang nicht in die Kirche gehen und wenn es dann ans Sterben geht, wenden sie sich an Gott!“ Das hatte gesessen. Bezogen auf mich als Pastor konnte man das als erstklassige kundenbezogene Beratung bewerten. Das Beispiel von der Suche nach Gott in einer existenziellen Krise hat mich zum Nachdenken gebracht. Spricht das gegen den Glauben? Oder kommt in einer Grenzsituation auch mal Verdrängtes zum Vorschein? Monika Renz leitet die Psychoonkologie im Kantonsspital in St. Gallen. Sie hat sich mit der aufbrechenden Spiritualität von Sterbenden beschäftigt: „Mehr als ein Drittel aller Patienten auf den durch mich betreuten Stationen wünschten meine Begleitung. Mehr als die Hälfte von ihnen erlebten etwas ungeahnt Spirituelles! Und die Wirkungen solcher Erfahrungen waren ausnahmslos eindrücklich.“ (Monika Renz, Grenzerfahrung Gott, 2003, S. 17) So kristallisierte sich bei ihr mehr und mehr ein Therapieverständnis heraus, das Gott als letzten Bezugspunkt des Menschen erkennt. Gott hat in unsere Psyche eine Ahnung über die Ewigkeit hineingelegt. Es scheint ein Überbleibsel aus dem Paradies zu sein. In Momenten, wenn liebe Menschen von uns gehen, spüren wir diesen Schmerz der Vergänglichkeit. Nein, der Tod ist nichts Natürliches für uns. In seinem Angesicht fragen wir uns, was bleibt. Manche versuchen etwas zu schaffen, das sie überdauert und nach ihrem Tod weiter besteht. Damit drücken sie letztlich ihre Sehnsucht nach Ewigkeit aus. Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben!“ (Joh 11,25) Bei ihm findet unsere Seele Frieden und Hoffnung, denn er ist der Herr über Leben und Tod. In Jesus begegnen wir dem Ewigen und sind geborgen in alle Ewigkeit.

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