Andachten

Andacht

Andacht 14.09.2021

14. September 2021 | Roland Nickel

Andacht 14.09.2021

Bildnachweis: Monika Breiholz

Jesus aber schlief hinten im Boot auf einem Kissen. Da weckten ihn die Jünger und riefen: „Lehrer, wir gehen unter! Kümmert dich das denn gar nicht?“ - Markus 4,38 / Es war ein anstrengender Tag nach einer Dienstreise. Auf dem kurzen Flug nach Hause konnte ich etwas dösen. Die leichten Turbulenzen machen mir keine Angst, denn ich habe keinen Zweifel, dass die Piloten für eine sichere Landung sorgen werden. Jesus geht es ähnlich. Nach dem Stress des Tages nutzt er die Gelegenheit, während der Überfahrt eine Weile im Boot zu schlafen. Seine Jünger sind erfahrene Bootsleute, die dafür sorgen werden, dass ihm während der Reise nichts passiert. Doch der Wind wird stärker. Das sollte allerdings kein Problem sein, sie können mit schwierigen Wetterlagen umgehen. Es wird jedoch schlimmer und Wasser schwappt über. Der Sturm nimmt schließlich dramatisch zu, die Wellen werden höher. So etwas haben sie noch nie erlebt. Alle eingeleiteten Maß-nahmen nützen nichts und sie geraten in Gefahr zu kentern. Angst überkommt sie und sie verzweifeln. Plötzlich denken einige an Jesus, endlich! Er hat schon so viele Wunder getan, vielleicht kann er auch hier helfen. Aber Jesus schläft. Wie kann das sein in dieser lebensbedrohlichen Wetterlage? Sie eilen zu ihm, wecken ihn: „Wir gehen unter! Kümmert dich das denn gar nicht?“ Jesus ist ihre letzte Hoffnung! Warum lässt er sie so lange zappeln? Und was tut der Herr? Ohne weitere Diskussion beruhigt er den Sturm. Plötzlich ist es ganz still. Kaum noch Wellen, die Wolken brechen auf, die Abendsonne kommt heraus. Als ob nie etwas gewesen wäre. Die Jünger beruhigen sich langsam. Sie können nicht fassen, was sie gerade erlebt haben. „Warum habt ihr Angst?“, fragt Jesus sie. „Habt ihr denn noch immer kein Vertrauen zu mir?“ (V. 40) Die Jünger sind schon lange mit Jesus zusammen, sie haben seine außergewöhnlichen Fähigkeiten erlebt. Dennoch fällt es ihnen schwer, zu glauben, dass Jesus ihnen helfen kann. Lernen wir mit ihnen: Gott hat alles unter Kon-trolle, auch unser Leben, selbst wenn es nicht so glimpflich ausgeht. Gott ist hellwach, auch wenn er zu schlafen scheint, denn wenn ihm sogar „Wind und Wellen“ (V. 41) gehorsam sind, dann kann er auch die Stürme unseres Lebens beruhigen.

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