Andachten

Andacht

Andacht 22.08.2021

22. August 2021 | Matthias Müller

Andacht 22.08.2021

Bildnachweis: Monika Breiholz

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. - Psalm 139,14 / Ich hatte eine Zeit lang Fotozeitschriften abonniert, schaue mir YouTube-Videos zum Thema Fotografie und Filmen an und ziehe liebend gern mit meiner Kamera los. Wenn manche von Fotos schwärmen, vom tollen Licht und wunderschönen Szenen in der Natur, kann ich das sehr gut nachvollziehen. Andere dagegen lieben Porträts, Pferde- und Hundefotos. Es sind wohl noch nie in der Weltgeschichte derart viele Bilder gemacht worden wie in unserer Zeit. Die Handykameras werden dank computergestützter Fotografie immer besser, und die Kamerahersteller fordern sich gegenseitig zu technischen Höchstleistungen heraus. Was treibt Menschen eigentlich zur Fotografie? Sie möchten Erinnerungen sammeln, ihr Leben damit ein Stück der Vergänglichkeit entreißen, abbilden, was sie sehen und was sie begeistert. Vieles, was wir fotografieren, wurde nicht von uns geschaffen, sondern ist Teil der Schöpfung Gottes. Das bedeutet, dass wir – wenn auch mit hoffentlich viel Geschick – allenfalls abbilden, was ein anderer schuf. Der Goldene Schnitt, das Empfinden für Schönheit, das Gefühl für Inspiration beruht in Wirklichkeit auf der Genialität eines anderen – Gott! Das zum Beispiel in einem Dankgebet zuzugeben, nennt man Anbetung: „Diese Schönheit, diese Farben, dieses wundervolle Licht verdanke ich dir, Gott!“ Vor einiger Zeit sprach mich ein Architekt an: „Warum haben Sie als Kirche so triste Gemeindehäuser?“ Ich murmelte etwas von „damals schwierigen Zeiten“ und „wenig Geld“. Aber in Wirklichkeit musste ich innerlich einräumen, dass wir vor lauter Erwartung einer neuen vollkommenen Erde manchmal weniger darauf achteten, dem Schöpfer der Schönheit schon jetzt und hier Ehrerbietung entgegenzubringen, beispielsweise durch eine Gestaltung, die nicht nur zweckmäßig, sondern auch noch schön anzusehen ist. Heute ist ein neuer Tag und eine Gelegenheit, in irgendeiner Form Schönheit aufleuchten zu lassen. Ziehen wir etwas Nettes an, stellen wir ein paar Blumen auf den Tisch, dekorieren wir das Wohnzimmer einmal neu und vergessen wir den Gemeindesaal nicht – uns zur Freude, ihm zur Ehre.

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