Andachten

Andacht

Andacht 17.07.2021

17. Juli 2021 | Burkhard Mayer

Andacht 17.07.2021

Bildnachweis: Monika Breiholz

Glückselig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie sollen satt werden! - Matthäus 5,6 / Im Nordosten Pakistans, in Sialkot, werden pro Jahr ca. 20 Millionen Fußbälle in Handarbeit hergestellt. Häufig sind es Kinder, die diese Bälle nähen – meist im Verborgenen, da Kinderarbeit offiziell abgeschafft ist. Der Tagesverdienst eines Fußball-Arbeiters liegt bei 65 Rupien, das sind umgerechnet etwa 60 Cent. An einem guten Tag schafft ein Arbeiter sechs Bälle. Zwanzig Lederteile in sechseckiger Form müssen für einen Ball zusammengenäht werden – im Auftrag heimischer Hersteller, die Verträge mit westlichen Sportkonzernen abgeschlossen haben. Die pakistanische Firma Danayal verkauft die Fußbälle für circa zehn Euro pro Stück an Adidas. Adidas verkauft die Fußbälle dann für bis zu 100 Euro im Handel weiter. Ich erinnere mich an den Bericht über eine christliche Fischer-Familie auf den Kapverdischen Inseln. Da der Fisch knapper geworden ist, bauen sie mit den eigenen Händen Sand am Strand ab. Dazu müssen sie immer tiefer in die gefährliche Brandung tauchen. „Leider haben wir aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit keine andere Wahl und wir beten dafür, dass es unseren Kindern einmal besser geht als uns!“, sagten die jungen Eltern. Nur zwei Beispiele für die Ungerechtigkeit auf dieser Welt, in der Demokratien einen schwierigen Stand haben, Millionen von Menschen flüchten mussten, in der die Zerstörung der Umwelt kaum gestoppt wird und der Krieg leider immer noch der Normalzustand ist. Manche sagen: „Nie wieder Krieg, jedenfalls nicht gleich!“ Das klingt zynisch. Christen leben im Kontrast dazu mit der starken Hoffnung, dass die Zeit kommt, wenn „Gerechtigkeit und Friede sich küssen“ werden (Ps 85,11). Jesus weist auf die Zeichen hin, die sein Kommen ankündigen. Bis dahin, werden wir uns auch heute in einer Welt, die von der Sünde gezeichnet ist, weiter für Gerechtigkeit einsetzen. Als Christen, die sich trauen von ihrer besonderen Hoffnung zu sprechen, im privaten Umfeld, am Ar-beitsplatz und als mündige Bürger, denn das Reich Gottes hat begonnen und wird von Gott selbst vollendet, wenn Jesus wiederkommt. So warten wir „auf einen neuen Himmel und eine neue Erde …, in denen Gerechtigkeit wohnt.“ (2 Ptr 3,13)

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