Andachten

Andacht

Andacht 04.07.2021

04. Juli 2021 | Wilfried Krause

Andacht 04.07.2021

Bildnachweis: Mr. Nico / photocase.de

Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus: Es ist einKnabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. - Johannes 6,8–9 / Als wir vor sechzehn Jahren in unsere heutige Gemeinde kamen, war Josua zwei Jahre alt. Wir haben miterlebt, wie er aufwuchs, doch erst vor wenigen Wochen lernte ich ihn näher kennen. Im Gespräch erfuhr ich, dass er im Augenblick ein freiwilliges soziales Jahr im Krankenhaus ableistet und danach Notfallsanitäter und schließlich Brandmeister werden will. Mich überraschten seine Hobbys: Kick-Boxen und Kraftsport. Schließlich sprach er auch darüber, wie er seinen Glauben an Gott lebt und wie er unseren wöchentlichen Gottesdienst wahrnimmt. Am Ende der Begegnung fragte ich mich: Wie konnte es geschehen, dass ich so wenig über einen Jugendlichen wusste, dem ich so oft begegnet bin? Dieses Wissensdefizit wäre dem Jünger Andreas sicher nicht passiert. Offensichtlich hatte er ein Herz für junge Leute. Während einer riesigen Versammlung stand irgendwo in der Menge ein Junge, der allein unterwegs war. Genau auf ihn ging er zu und suchte das Gespräch. Dabei erfuhr er nicht nur, wo der Junge herkam, sondern auch, was er in seinem Beutel mit sich führte, nämlich „fünf Gerstenbrote und zwei Fische“ (Vers 9). Nur wenige Stunden später sollte gerade dieser bescheidene Reiseproviant Ausgangspunkt für ein großes Wunder von Jesus werden, bei dem fünftausend Menschen satt wurden. Wenn auch in unserer Gesellschaft die Grauhaarigen weitgehend das öffentliche Bild prägen, dürfen wir die Kinder und Jugendlichen nicht vergessen. Es liegt vor allen Dingen an der älteren Generation, den Kontakt zu ihnen zu suchen. Dabei müssen wir weder so aussehen noch ihre Musik lieben, doch ihnen deutlich signalisieren: Ihr seid uns wichtig, wir brauchen euch und billigen euch zu, dass ihr anders tickt als wir! Wenn wir Alten die Beziehung zu den Kindern und Jugendlichen pflegen, werden wir das Hier und Heute besser verstehen. Außerdem bekämen wir mit, dass in dieser Altersklasse Gaben schlummern, die für uns alle zum Segen werden können wie in dem Erlebnis mit dem kleinen Jungen und seinen Broten und Fischen. Die allermeisten der jungen Leute werden diese Lernbeziehung nie als Einbahnstraße verstehen, sondern auch die Erfahrungen der Älteren schätzen und bedenken.

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