Andachten

Andacht

Andacht 24.03.2021

24. März 2021 | Rinaldo G. Chiriac

Andacht 24.03.2021

Bildnachweis: boing / photocase.de

Geliebte, lasst uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott; und jeder, der liebt, istaus Gott geboren und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott istLiebe. - 1. Johannes 4,7–8 / Es gehört zu den zentralen Überzeugungen des Christentums: Wer auf Jesus Christus vertraut, seine Schuld bekennt und Gottes Gnade in Anspruch nimmt, wird in Gottes zukünftiger Welt einmal ewig leben. Schnell kommt aber folgende Frage auf: Wie steht es um jene, denen dieser Glaube fremd oder nicht möglich ist? Was ist zum Beispiel mit meiner muslimischen Friseurin, meinem buddhistischen Physiotherapeuten, meinem atheistischen Freund und dem Nachbarn, der sich für eine Sekte interessiert? Wie beurteilt Gott ihre Suche nach Wahrheit? Die Bibel verrät: „Der Herr kennt die Seinen.“ (2 Tim 2,19) Im Gegensatz zu Gott kann ich das nicht. Zumindest kann ich nicht einordnen, welcher Mensch sich nicht an Gott hält. Die Ernsthaftigkeit und das geistliche Wachstum eines anderen sind mir heilig; ich werde kein Urteil darüber fällen. Die eingangs erwähnten Verse aus dem Johannesbrief empfinde ich aber als eine große Hilfe – und eine große Erleichterung. Denn offensichtlich gibt es einen entscheidenden Zusammenhang: „[…] jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott.“ Dass Gott uns nah ist und uns beeinflusst, zeigt sich vor allem an unserer Freundlichkeit, Geduld und Vergebungsbereitschaft. Wer um das Wohl anderer besorgt ist, ihre Würde achtet und ihnen spürbar hilft, hat verstanden, worum es Gott geht – und ist zu dieser Selbst-losigkeit nur deswegen fähig, weil Gott bereits an seinem Charakter wirkt und sein Herz für andere öffnet. Und plötzlich dreht sich meine Aufmerksamkeit nicht mehr um meinen Bekanntenkreis, sondern um mich selbst: Behandele ich meine Mitmenschen mit Respekt, auch in ihrer Abwesenheit? Kann ich mir beleidigende Worte verkneifen? Werde ich aggressiv, wenn ich mich überfordert fühle? Und schaue ich weg, wenn andere mich brauchen? Da ich ein Nachfolger Jesu bin, möchte ich auf diese Dinge achtgeben. Schließlich heißt es ja, dass Gott Liebe nicht nur schätzt oder praktiziert, sondern Liebe ist.

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