Andachten

Andacht

Andacht 15.02.2021

15. Februar 2021 | Dennis Meier

Andacht 15.02.2021

Bildnachweis: Weigand / photocase.de

Er sprach nun wieder zu ihnen: Ich gehe hin, und ihr werdet mich suchen und werdet ineurer Sünde sterben; wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen. - Johannes 8,21 / Jesus hat Stress mit den Pharisäern, Beef würde man neudeutsch sagen. Das merkt man an dem kleinen Wort „wieder“ gleich am Anfang. Attacke und Gegenattacke eines Schlagabtausches reihen sich in Johannes 8 aneinander. Bei der Sache mit der Ehebrecherin hatte Jesus gepunktet, jetzt geht die Auseinandersetzung weiter. Täuschen wir uns bitte nicht. Die Pharisäer sind nicht nur die anderen, sondern immer auch wir. Unsere Rechthaberei, Doppelmoral und Selbstsicherheit, oft vor uns selbst verborgen. Kurzum: unsere Auseinandersetzung mit Jesus. Es gibt diese Auseinandersetzung aber in zwei Versionen. Die schlechtere davon beschreibt Jesus im heutige Bibeltext: in der Sünde sterben und nicht dahin kommen, wo er ist. Das hört sich für mich nicht danach an, dass mein Streiten und meine Besserwisserei irgendein Ziel erreichen. Zunächst einmal sagt Jesus das Offensichtliche. Wenn es stimmt, dass Gott Gott ist und wir die Menschen, dann können wir Gott nicht aus eigener Kraft erreichen, sondern er erreicht uns. Dann ist all unsere religiöse Geschäftigkeit und fromme Aufgeregtheit Zielverfehlung (ein anderes Wort für Sünde). Die Leute reagieren auch auf dieses Wort mit Verwirrung. Sie glauben, er spreche von Selbstmord. Aber diese Verwirrung führt sie dann doch zur zweiten und besseren Form der Auseinandersetzung mit Jesus, nämlich weg von der sachlichen Ebene hin zu der offenen Frage: Wer bist du? Noch mal: Es gibt keine menschliche Methode, um das Ziel (Gott zu finden) zu erreichen. Das Schöne aber ist, dass derjenige, dem sie in die Augen schauen, während er diese vermeintlich enttäuschenden Worte sagt, schon der auf diese Erde gekommene Gott ist. Sie sind schon da, wo sie immer hinwollten. Im Angesicht Gottes. So wird das Nein aus Gottes Mund zum Ja zu mir und ich kann mich einfach wie ein Kind in seine Arme fallen lassen. Wenn ich im Alltag ein vermeintliches Nein höre, will ich mich lieber noch mal umdrehen, um herauszufinden, ob es nicht vielleicht das liebevolle Ja ist, das Jesus mir darin zuruft.

Zurück