Andachten

Andacht

Andacht 11.01.2021

11. Januar 2021 | Günter Schlicke

Andacht 11.01.2021

Bildnachweis: Monika Breiholz

Am andern Morgen setzte sich Mose, um dem Volk Recht zu sprechen. Und das Volkstand um Mose her vom Morgen bis zum Abend. Als aber sein Schwiegervater alles sah,was er mit dem Volk tat, sprach er: Was tust du denn mit dem Volk? Warum musst du ganzallein dasitzen, und alles Volk steht um dich her vom Morgen bis zum Abend? ... Es ist nichtgut, wie du das tust. Du machst dich zu müde, dazu auch das Volk, das mit dir ist. DasGeschäft ist dir zu schwer; du kannst es allein nicht ausrichten. - 2. Mose 18,13–14.18 / Das Wort „betriebsblind“ kennen wir nicht nur, sondern haben es vielleicht schon selbst erlebt. Auch wenn wir bereits jahrelang eine Aufgabe erledigen oder eine Arbeit verrichten, kann sie immer noch optimiert werden. Um entweder effektiver, zeit- oder kräftesparender zu sein, bedarf es oft nur eines kleinen (manchmal allerdings auch großen) Anstoßes. Jetro, der Schwiegervater von Mose, hatte genau hingeschaut und erkannt, wie eine Entlastung möglich und machbar wäre. Er schlug das einfache Prinzip der Aufgabenteilung vor und Mose folgte seinem Rat. Er setzte „Oberste über Tausend, über Hundert, über Fünfzig und über Zehn“ (2 Mo 18,25) als Richter im Volk ein. Damit erleichterte er sich nicht nur die Arbeit, sondern seine Helfer erlebten den Segen, der aus dieser Mitarbeit entstand. Auch in unseren Kirchengemeinden kommt das vor. Einige wenige Gemeindeglieder werden mit Aufgaben und Ämtern überfrachtet, während eine große Mehrheit „sich bedienen“ lässt. Oft meckern diese noch, wenn etwas nicht so funktioniert, wie sie es sich wünschen. Die Erwartungen an den Pastor sind realitätsfern, wenn die Vorstellung vorherrscht, dass er oder sie überall präsent sein müsse. Dabei ist es viel effektiver und motivierender, wenn Alte und Junge, Männer und Frauen, Glaubensneulinge und Glaubensveteranen (vgl. Gal 3,28) gemeinsam eine Aufgabe lösen. Die einen bereichern durch ihre Erfahrungen, während die anderen ihre Energie beisteuern. So lernt jeder dazu und das gegenseitige Verstehen wird gefördert. Es wächst eine liebe- und verständnisvolle Gemeinschaft, die trotz aller Unterschiede und Meinungen harmonisch zusammenarbeitet. Möge Gott uns offene Augen und Ohren schenken, sodass wir aktiv zum Segen werden und weder ihn noch unsere Mitmenschen aus dem Blick verlieren.

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