Andachten

Andacht

Andacht 09.01.2021

09. Januar 2021 | Kathi Heise

Andacht 09.01.2021

Bildnachweis: luh / photocase.de

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an. - 1. Samuel 16,7 / In Italien gilt die Grundregel fürs Leben: fare bella figura, wörtlich übersetzt: „eine gute Figur machen“. Das bedeutet: gut dastehen, geschmackvoll gekleidet sein, angenehm auffallen, freundlich sein, sich zivilisiert benehmen, natürlich besonders in der Öffentlichkeit. Das Lebensmotto meines Vaters war ähnlich: „Du musst dein Gesicht wahren.“ Er meinte damit, man solle sich möglichst nicht blamieren, sondern immer einen guten Eindruck machen, sodass die Leute nur Gutes von einem berichten können. Leider schließen wir Menschen oft vom äußeren Auftreten auch auf den inneren Menschen. Was an sich positiv ist, kann auch viele negative Seiten haben. Viele Menschen legen mehr Wert auf den Schein als aufs Sein – und verschulden sich beispielsweise, wenn es um Kleidung, Auto, Mobiltelefon oder Urlaub geht; immer mit dem Gedanken im Hinterkopf: Die Leute müssen nicht unbedingt wissen, wie (schlecht) es mir wirklich geht. Das äußere Bild muss stimmen. Bei Gott ist das anders. Er sieht das Herz an. Vor Gott muss ich keinen guten Eindruck machen oder einen glänzenden Auftritt hinlegen („Herr, ich bin besser als der Zöllner da.“). Der Schein hat vor Gott keinen Wert. Er kennt uns ganz genau und weiß, was in unserem Innern vor sich geht. „Er kennt meine Gedanken von ferne“ weiß auch der Psalmschreiber David (Ps 139,2) – auch die schlechten. Wenn wir uns ihm ganz anvertrauen, wird er uns geben, was uns die Menschen nicht geben können. Bei der Wahl des neuen Königs sagte Gott zu Samuel: „Der Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.“ Er weiß, was die Beweggründe meines Herzens sind. Jesaja schrieb: „Weil du in meinen Augen kostbar bist und wertvoll und weil ich dich liebe, opfere ich Länder an deiner Stelle und Völker für dein Leben.“ (Jes 43,3 NLB). Deshalb brauche ich keine bella figura vor Menschen mehr anzustreben. Er nimmt mich an, so wie ich bin. Dafür bin ich meinem Gott von ganzem Herzen dankbar.

Zurück