Andachten

Andacht

Andacht 18.11.2020

18. November 2020 | Friedhelm Klingeberg

Andacht 18.11.2020

Bildnachweis: luh / photocase.de

Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! - Römer 7,24–25 / „Lieber Herr Klingeberg, ich arbeite daran, meine Sünden loszuwerden. Einfach ist das nicht.“ Das kann man wohl sagen – vor allem dann, wenn man die Sache sozusagen am falschen Ende anfängt. Dann wird sie nämlich ganz schnell hoffnungslos. Aber man befindet sich immerhin in bester Gesellschaft, denn genau so lief es sogar bei Paulus ab, dem größten Theologen und Verkündiger der frühen Christenheit. Und er scheute sich nicht, diese Erfahrung mit drastischen Worten zu beschreiben: „Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich. … Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“ (Röm 7,15.18–19)Aus diesem Teufelskreis kam er nicht heraus, und das brachte ihn zur Verzweiflung; es hätte ihn vielleicht sogar völlig aus der Bahn geworfen. Fast scheint es, als wäre ihm sozusagen im letzten Moment die rettende Erkenntnis gekommen. Tatsache ist, dass diese Erkenntnis auch unsere einzige Chance darstellt, dem Teufelskreis eigener Erlösungsbemühungen zu entkommen: „So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“ (Röm 8,1) Wir können förmlich spüren, mit welcher Intensität der Apostel sich an seinen Retter Jesus Christus klammert. Das war die einzige Rettung für ihn, und es ist bis heute die einzige Rettung für jeden von uns. Ich weiß nicht, wie dein persönlicher Glaubensweg bisher verlaufen ist. Aber ich vermute, die Erfahrung des Paulus ist auch dir nicht gänzlich unbekannt. Ich jedenfalls kenne sie ziemlich gut, aber umso wichtiger ist mir diese einzige Möglichkeit der Rettung geworden.Ich habe lange gekämpft und viele Jahre gebraucht, um zu begreifen, dass nicht ich den entscheidenden Kampf kämpfen muss, sondern dass er, mein Erlöser Jesus Christus, das für mich tut. Seit ich mir das zu Herzen nehme, schaue ich nicht mehr wie gebannt auf meine Schuld, sondern auf ihn, den Anfänger und Vollender meines Glaubens und Lebens. Und wenn es einen Kampf gibt, den wir zu kämpfen haben, dann dürfen wir uns getrost ihm überlassen, auch heute.

Zurück