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Beten, um zu segnen

Beten, um zu segnen

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03. Oktober 2022 | Zürich | D. Latuski

Vor kurzem kam meine Tochter zu mir und fragte mich: «Mama, wie funktioniert das mit dem Beten?». Ich war ein wenig erstaunt und fragte: «Wie meinst du das?» «Ja weisst du, wenn ich bete und Gott soll meine Gebete erhören, dann ist das ja wie mit einem Kaugummi Automat. Ich werfe oben das Geld rein und unten kommt mein Kaugummi raus. Ich bete und Gott erfüllt meinen Wunsch. Wenn nicht, ist das Geld wohl stecken geblieben. Das passt irgendwie nicht zu Gott.»

Dazu fiel mir die Geschichte aus Lukas 11, 1–12 ein. Jesus erzählt dort eine Geschichte über einen Mann, der zu sehr später Stunde bei seinem Nachbarn klopft, um sich Brot für seinen Besuch zu borgen. Wir lasen den Abschnitt zusammen und ich erklärte ihr, dass das Gebet mehr ist als seine Sorgen zu Gott zu bringen und für die Erfüllung unserer Wünsche zu bitten. 

Jesu Darstellung

In Lukas 11,5-8 steht:
Jesus sagt zu seinen Jüngern: «Angenommen, einer von euch hat einen Freund. Mitten in der Nacht sucht er ihn auf und sagt zu ihm: ›Bitte leih mir doch drei Brote! Ein Freund von mir hat auf der Reise bei mir Halt gemacht, und ich habe nichts, was ich ihm anbieten könnte. Und angenommen, der, den er um Brot bittet, ruft dann von drinnen: ›Lass mich in Ruhe! Die Tür ist schon abgeschlossen, und meine Kinder und ich sind längst im Bett. Ich kann jetzt nicht aufstehen und dir etwas geben. Ich sage euch: Er wird es schliesslich doch tun – wenn nicht deshalb, weil der andere mit ihm befreundet ist, dann doch bestimmt, weil er ihm keine Ruhe lässt. Er wird aufstehen und ihm alles geben, was er braucht.»

Der Mann erbittet in dieser Geschichte von Jesus etwas für seine Gäste, nicht für sich selbst. So sollen auch unsere Bitten nicht nur auf unsere täglichen Bedürfnisse, sondern auch auf unseren Nächsten, unser Umfeld ausgerichtet sein.

Ermutigung zum Beten, um zu segnen

Ellen White schreibt in 'Bilder vom Reiche Gottes' auf Seite 108:
«Christus schildert hier, wie jemand bittet, um geben zu können. Der Mann im Gleichnis braucht Brot, damit er einen müden Reisenden, der so spät noch unterwegs ist, bewirten kann. Obwohl er weiss, dass der Nachbar sich über die Störung ärgert, bittet er ihn doch um Brot, damit sein Freund etwas zu essen bekommt. Schliesslich wird sein «unverschämtes Drängen» belohnt, und er bekommt, was er will. Genau so sollten die Jünger Gottes um Gaben bitten.»

Weiter schreibt sie: «Der egoistische Mensch gibt dem ‚unverschämten Drängen‘ nach, um den Ruhestörer loszuwerden; Gott dagegen gibt gern. Er hat so viel Mitgefühl und möchte alle zufriedenstellen, die gläubig zu ihm kommen. Er gibt Gaben, damit wir anderen helfen können und ihm auf diese Weise ähnlicher werden.»

So wie Jesus zu seinem Vater gebetet hat, um Gottes Segnungen an uns weiterzugeben, so sollen wir auch beten, um seine Segnungen an andere weiterzugeben. Er zeigt uns, wie unsere Einstellung zum Gebet aussehen kann und soll. Denn wenn wir den Segen nur für uns behalten, ist unser Vorratsbehälter bald voll. Als Haushalter/Verwalter Gottes sind wir dazu berufen, den Segen zu verteilen. Gott gibt gern, aber wenn wir nichts weitergeben, ist der Sinn des Gebets nicht erfüllt.

Die Bibel sagt uns Verheissungen zu, die wir in Anspruch nehmen dürfen! Das Beispiel macht deutlich, dass wir unseren Segen und unsere Gaben bekommen, um anderen zu helfen. So ermutige ich dich, das Gebet zu nutzen, um Segen weiterzugeben. So werden wir christliche Haushalter in Gottes Sinn.

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