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Weltsynode der Adventisten von 2020 auf 2021 verschoben

Weltsynode der Adventisten von 2020 auf 2021 verschoben

© Logo der Weltsynode 2020

22. März 2020 | Basel | Herbert Bodenmann

Der Exekutivausschuss der weltweiten Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten (EXCOM) beschloss am 19. März in einer über drei Stunden dauernden Sondersitzung die Durchführung der 61. Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) auf die Zeit vom 20. bis 25. Mai 2021 zu verschieben. Der Tagungsort bleibt, wie vorgesehen Indianapolis im Bundesstaat Indiana/USA. Ursprünglich war die Weltsynode für den Zeitraum vom 25. Juni bis 4. Juli 2020 vorgesehen. Die Abstimmung erfolgte nach einer Empfehlung des Verwaltungsausschusses (ADCOM) der Weltkirchenleitung vom 17. März, die Weltsynode wegen der raschen Ausbreitung der COVID-19-Pandemie um bis zu zwei Jahre zu verschieben.

Entscheidung zur Verlegung der Weltsynode

In einer über drei Stunden dauernden Sondersitzung, die mittels Telekonferenztechnologie durchgeführt wurde und an der über 250 Personen aus der ganzen Welt teilnahmen, beschloss der Exekutivausschuss (EXCOM) zwei weitreichende Empfehlungen. Der erste Vorschlag empfahl die Weltsynode 2020 um bis zu den verfassungsmässig zulässigen zwei Jahren zu verschieben, je nachdem, auf wann eine Verschiebung möglich sei. Er wurde mit einem Verhältnis von 187 Ja- zu einer Nein-Stimme angenommen. In einer anschliessenden Sitzung empfahl ein kombinierter Ausschuss aus ADCOM-Mitgliedern und dem Planungsausschuss der Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) als Datum den 20. bis 25. Mai 2021.

Es wurde auch die Verkleinerung der geplanten Veranstaltung beschlossen, ohne die Kernfunktionen der Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) zu beeinträchtigen. Diese Verkleinerung umfasst eine Reduzierung der Zahl der Teilnehmenden – es sollen nur Delegierte, deren Ehepartner und unterhaltsberechtigte Kinder eingeladen werden, eine begrenzte Anzahl von technischen Mitarbeitern, die Reduzierung der Anzahl der Sitzungstage von bisher zehn auf vier bis sechs Tage sowie den Wegfall von Nebenveranstaltungen und Ausstellungen während der Synode. Die derzeitige Amtszeit der Amtsinhaber soll bis zum 20. Mai 2021 oder bis zur Ernennung/Wahl ihrer Amtsnachfolger andauern. Die anschliessende Amtszeit beträgt dann vier Jahre und endet, wenn die nächste geplante Sitzung der Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) 2025 zusammentritt.

Entscheidung zur Verkleinerung zukünftiger Weltsynoden

Wie bei den beschlossenen Massnahmen für die Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) 2021 wird für künftige Weltsynoden empfohlen, die Anzahl der Delegierten proportional zu reduzieren, keine besonderen Gäste mehr einzuladen, die Dauer der Weltsynode zu verkürzen, aber dennoch einen Gottesdienst am Samstag (Sabbat) zu feiern. Es wurde mit 191 zu einer Stimme empfohlen, dass bei zukünftigen Weltsynoden (Generalkonferenz-Vollversammlungen) keine Ausstellungen, Stände oder Nebenveranstaltungen stattfinden sollen.

Reaktionen zur Entscheidung

„Ich begrüsse die Entscheidung, die Weltsynode um ein Jahr zu verschieben“, meinte Pastor Johannes Naether, einer der beiden deutschen Verbandspräsidenten, die an der Sitzung teilnahmen, gleich nach der Entscheidung. Es sei eine verantwortliche Entscheidung und berücksichtige auch die finanziellen Herausforderungen der alle fünf Jahre stattfindenden Tagung.

„Die Kirche hat sich mit hochrangigen Vertretern der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beraten, und wir empfehlen der Kirche, bei grossen Versammlungen, einschliesslich der Weltsynode, umsichtig vorzugehen“, so der Direktor der Gesundheitsabteilung der Weltkirche, Dr. Peter Landless. „Wir empfehlen auch, dass jede Region sich an die Verlautbarungen ihrer örtlichen Gesundheitsorganisationen hält, um Wege zu finden, wie die örtlichen kirchlichen Aktivitäten und die Mission durch alternative Mittel aufrechterhalten werden können.“

Der Weltkirchenleiter Pastor Ted N. C. Wilson betonte, zum Ende der Sitzung, dass er nicht erwartet habe, dass die Kirche jemals in eine solche Lage kommen würde. Er sehe in der globalen Krise auch einen Aufruf an die Siebenten-Tags-Adventisten, sich um andere zu kümmern. „Dies ist eine Zeit für Adventisten, in der sie Hoffnung und Ermutigung verbreiten. Wir sollten Anker der Stabilität und Pfeiler der Hoffnung sein“, sagte Wilson. Unter Bezugnahme auf den biblischen Text in 2 Timotheus 1,7 erinnerte der Präsident der Weltkirche die Mitglieder des EXCOM daran, dass „Gott uns keinen Geist der Angst gegeben hat". Er sei auch überzeugt, dass die Mission der Kirche weitergehen wird.

Bisher alle fünf Jahre bis zu 60.000 Teilnehmer

Für die Siebenten-Tags-Adventisten ist die alle fünf Jahre stattfindende Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) das höchste legislative Gremium der weltweiten Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Während der Tagung wählen die Delegierten die Amtsträger und klären die grundlegenden Glaubensüberzeugungen der Kirche, erörtern Anpassungen der Verfassung und der Satzung und stimmen über Änderungen der Arbeitsrichtlinien (Working Policy) oder des Kirchenhandbuchs ab. Die Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) sei auch deshalb von grosser Bedeutung, weil sie geistliche Visionen, die Konzentration auf die Mission und laut Wilson eine weltweite Begegnung für bis zu 60.000 Adventisten ermögliche.

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