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Nachruf Otto Uebersax (1916-2018)

Nachruf Otto Uebersax (1916-2018)

Otto Uebersax (2016)

© Foto: Alters- und Pflegeheim Oertlimatt

06. November 2018 | Zürich | René Pieper

Am Dienstag, den 30. Oktober 2018 ist Otto Uebersax nach einem langen Leben in seinem 103. Lebensjahr verstorben.

Er wurde am 29.08.1916 in Tschechien geboren. Im Schulalter ermutigte ihn seine Klassenlehrerin aufgrund seines Talents, den Beruf eines Schauspielers zu erlernen. Der unerwartet frühe Tod seiner Mutter veränderte das Leben der ganzen Familie jedoch grundlegend. Für Otto bedeutete dies eine Kehrtwende in seinen persönlichen Lebenszielen. Fortan legte er sein Leben in die Hände Gottes, zuversichtlich glaubend, dass dieser seine Lebensträume auf SEINE Art erfüllen würde.

Im Alter von 26 Jahren begann Otto seinen Dienst in der Adventgemeinde als Bibelarbeiter in Deutschland, und dies unter den besonders schwierigen Verhältnissen des Kriegszustandes. 1945 kam er in die Schweiz und arbeitete zuerst als Hilfsprediger im französisch sprechenden Teil, ehe er in die Deutschschweizerische Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten kam. Er wurde in verschiedene Leitungsverantwortungen in der Vereinigung gerufen, u.a. war er Abteilungsleiter für Jugend (1946-1950) und Leiter (Vorsteher) der Vereinigung (1953-1965).

Nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Österreich hat Otto im Laufe seines langen Dienstes Leitungsverantwortung übernommen. Er war Abteilungsleiter und für 12 Jahre Leiter (Vorsteher) der Union der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich.

Im Jahr 1979 kehrte er in die Schweiz zurück und beendete 1982 seinen offiziellen Dienst in der Adventgemeinde, wobei er die Gemeinde weiterhin aktiv unterstützt hat. Noch lange über die Pensionierung hinaus hielt er regelmässig Predigten in den unterschiedlichen Gemeinden und nahm weiterhin eine aktive Rolle im Gemeindeleben ein.

Seine letzten Jahre verbrachte er im Alters- und Pflegeheim Oertlimatt, wo er noch lange regelmässig die Freitagabend Andachten hielt, ehe er im hohen Alter von 102 nach einem erfüllten Leben friedlich einschlafen durfte.

Zeitlebens war Otto eine Persönlichkeit des Ausgleichs und der Versöhnung. Er sah seine Aufgabe innerhalb seiner Verantwortungsbereiche immer wieder in der Ermutigung zum Guten, im Vermeiden von Wunden und in der klugen und heilsamen Vermittlung zwischen Gegensätzen. Er behielt in allen Situationen sein Grundvertrauen zu Gott und blieb empfänglich für das, was ein besonderer Auftrag Gottes sein könnte. So war es unter seiner umsichtigen Leitung möglich, dass viel Gutes entstand und sich weiterentwickeln konnte. Seine Hingabe und Einsatzbereitschaft und seine freundliche und fröhliche Art werden stets in Erinnerung bleiben.

Wir sprechen der ganzen Familie unsere aufrichtige Anteilnahme aus und freuen uns auf ein Wiedersehen. Wir teilen mit Otto die Hoffnung, dass Jesus bald wiederkommen wird, um alle Tränen abzuwischen, der Not dieser Welt ein Ende zu setzen und eine neue Welt zu schaffen, in der es kein Leid, keine Krankheit und keinen Tod mehr geben wird.

Deutschschweizerische Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten

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