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Vertrauen - auch in den Tiefen des Lebens

Vertrauen - auch in den Tiefen des Lebens

Teilnehemerrunde an der Nidlenloch-Höhlenwanderung

© Foto: Robbie Pfandl

Bericht von der Nidlenloch-Höhlenwanderung (Solothurn)

10. September 2018 | Biel | Robbie Pfandl


Kurzversion des Berichts hier - ausführliche Version unten:

Am 2. September 2018 wagten sich acht Männer und zwei Teenager für fünf Stunden in die Tiefen der Nidlenloch-Höhle, im Solothurner Jura. Mit Helm, Stirnlampe, griffigen Handschuhen, warmer Jacke und Wanderschuhen ausgerüstet, krochen, kletterten und robbten sie unter der Leitung von Guille Couvreur durch Schluchten, Gänge und Steilpassagen sowie über Felsvorsprünge und Leitern bis zum Forsterschacht. 

Ein Bibeltext über das Licht und das Erleben absoluter Finsternis habe einen tiefen sinnlichen Eindruck bei den Teilnehmenden hinterlassen, schrieb Robbie Pfandl in seinem Bericht.

Ausführliche Version des Berichts:

"Vertrauen" begleitete am 2. September 2018 acht Männer und zwei Teenager beim 8. DSV Männertreff. Um 9:00 Uhr trafen sich die abenteuerlustiger Männer beim Parkplatz des Bergrestaurants Hinter-Weissensteinstiegen, um in die Tiefen der Nidlenloch-Höhle, im Solothurner Jura, abzusteigen. Wir rüsteten uns mit Helm, Stirnlampe, griffigen Handschuhen, warmer Jacke und Wanderschuhen aus. Sachkundig wurden wir von unserem Guide, Guille Couvreur, über die wichtigsten Vorsichtsmassnahmen und das Vorgehen in der Höhle instruiert. Unser Ziel war der sogenannte Forsterschacht in einer Tiefe von zirka 150 Metern.

Der Schlüssel zum Höhleneingang bekamen wir im Restaurant beim Parkplatz, wo wir eine Wanderzeit von fünf Stunden mit den verantwortlichen Personen im Restaurant vereinbarten. Guille liess uns wissen, dass die Zeit unserer Abwesenheit überwacht werde und falls wir mehr als 15 Minuten der vorgegebenen Wanderzeit überschreiten würden, eine Suchtruppe aufgeboten werden müsste.

Vom Restaurant stiegen wir zum Höhleneingang hinauf, wo uns Guille die letzten Instruktionen zum Ablauf gab und ein kurzes Gebet sprach. Das Abenteuer konnte beginnen!

Bereits der Einstieg bot die erste kleine Herausforderung und gleichzeitig eine wunderbare Gemeinschaftserfahrung: Beim steilen Abstieg, konnten wir uns an Ketten sichern, die an der Felswand befestigt waren. Der Höhleneingang war noch feucht und gewisse Stellen sehr rutschig. Der Abstieg gelang ohne Probleme, weil die erfahreneren Kletterer die unsichereren Mitglieder der Gruppe unterstützten und mit viel Rücksicht und Solidarität immer wieder auf sie warteten.

Die Wanderung führte uns an sehenswerten und eindrucksvollen Felsformationen vorbei. Ein wunderschönes Exemplar war der Dom, ein 11 Meter hoher, senkrechter Schlot. Beim Trockensee war ein Vorwärtskommen nur noch in der Hocke möglich. Der Jungfernschlupf, ein eindrückliches Loch (zirka 7 Meter lang), bot uns die Gelegenheit, uns in unseren Kriech- und Robbenkenntnissen zu üben. Nach dem Jungfernschlupf folgte die nächste Herausforderung. Die Steilpassage mit dem Namen «Sauschwänzli». Da wurde das mitgeschleppte Seil ausgepackt und am einbetonierten Haken festgemacht. So konnten auch die weniger erfahrenen Kletterer den Felsvorsprung und Steilhang überwinden.  Nach dem «Sauschwänzli», hiess es wieder in die Hocke gehen und den Steinsee durchqueren.

Nach zirka eineinhalb Stunden waren wir an der Rinne angelangt, ein imposanter Schacht, der uns in die Tiefe blicken liess. Zum Glück war sie mit einer Leiter ausgestattet. Es folgte eine weitere Leiter und dann endlich der Forsterschacht, unser Ziel. Nochmals zirka 13 Meter in die Tiefe über eine dritte Leiter klettern und endlich wieder sicheren Boden unter den Füssen. Für die weitere Tour wären Bergsteigerausrüstung und Bergsteigerkenntnisse ein absolutes Muss gewesen.

Unser Ziel war jedoch mit dem magischen Forsterschacht erreicht und wir sammelten uns, tranken und assen eine Kleinigkeit und liessen uns durch eine besinnliche Andacht von Guille berühren. Er unterstrich die Wichtigkeit vom Licht im alltäglichen und im geistlichen Leben (Psalm 119,105), wenn wir uns in der Dunkelheit befinden und bewegen und wie unser Leben auf das Licht (auch das Licht Jesu) angewiesen ist. Ein Moment der Stille in absoluter Finsternis liessen die gesprochenen Worte zu einer sinnlichen Erfahrung werden. Im Anschluss betonte Guille wie wichtig Gemeinschaft und gegenseitiges Vertrauen für das Erreichen von Zielen im Leben sei. Abschliessend stimmten wir gemeinsam in das Lied «Omnes Gentes» ein, das eine besondere Note bei der Höhlenakustik erhielt.

Zwei Stunden und einige Tücken des Aufstiegs und Anstrengungen später standen wir alle erschöpft und glücklich wieder beim Höhlenausgang. … was für ein grandioses und unvergessliches Erlebnis! Abgerundet wurde es mit einer kurzen Feedbackrunde und einem feinen Essen im Bergrestaurant Hinterweissenstein.

Galerie mit 5 Fotos

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