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1.400 Kinder skandieren vor dem Bundeshaus: #wirsindauchJugendundSport

1.400 Kinder skandieren vor dem Bundeshaus: #wirsindauchJugendundSport

Luftballone zum Abschluss der Kundgebung vor dem Bundeshaus

© Foto: Herbert Bodenmann

02. Juli 2017 | Bern | Herbert Bodenmann

Am Nachmittag des 1. Juli haben 1.400 Kinder mit ihren Leitern und Leiterinnen aus der ganzen Schweiz auf dem Bundesplatz in Bern bei einer fröhlich-farbigen Kundgebung skandiert: #wirsindauchJugendundSport! Sie protestierten damit gegen die Streichung der Fördergelder freikirchlicher Jugendorganisationen seitens des Bundesamtes für Sport (BASPO) sowie gegen die Kündigung der Zusammenarbeit mit Jugend+Sport. In der Zwischenzeit haben die Jugendverbände und das BASPO an einem „Runden Tisch“ verhandelt. Es zeichnet sich eine Lösung ab, die aber für die Jugendverbände zusätzlichen organisatorischen und administrativen Aufwand bedeutet.

Das BASPO begründeten die Streichung der Fördergelder per Ende 2017 mit dem Vorwurf, dass die Jugendverbände das Sportangebot als Vorwand nutzten, um Kinder und Jugendliche zu missionieren. Sie betrieben keine ganzheitliche Jugendarbeit. Die BASPO-Entscheidung beruhte nicht auf einem Augenschein bei Übungen oder in Lagern dieser Jugendgruppen, sondern stellte nur auf deren schriftlichen Publikationen ab.

Bei Animationsspielen wurden die 1.400 Kinder während der 45 Minuten dauernden Kundgebung einbezogen. Marianne Streiff, Nationalrätin der EVP kritisierte die Begründung des Bundesamtes, wonach die Jugendarbeit der von der BASPO-Streichung betroffenen Jugendverbände „zu glaubensbasiert“ sei. An die Kinder und deren Leitende gewandt, sagte sie, dass dies nicht der Fall sei und dass die Kundgebung stattfinde, um zu zeigen, dass sie ganzheitliche Jugendarbeit betreiben würden.

Nationalrat Philipp Hadorn (SP) stellte fest, dass die erwarteten 1.000 Kundgebungsteilnehmer weit übertroffen worden seien. Er verwies auf die „Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit“, welche die freikirchlichen Jugendverbände geschaffen haben und in der diese die Ziele und Arbeitsweise christlicher Kinder- und Jugendorganisationen transparent und gut verständlich darlegen. Christliche Jugendarbeit orientiere sich am Leben und Wirken von Jesus Christus, so Hadorn, deshalb sei die Nächstenliebe ein zentrales Motiv dieser Jugendarbeit. Dabei würden auch die Sinn- sowie Glaubensfragen thematisiert. Diese Kundgebung habe eine klare Botschaft an Politik und Verwaltung, so der Nationalrat: Diese freiwillige christliche Jugendarbeit sei der Förderungsgelder würdig. Das BASPO habe diese Botschaft verstanden und werde sie weiterhin verstehen müssen, rief Philippe Hadorn den Kindern und deren Leitenden auf dem Bundeplatz zu, die dies mit lauter Zustimmung quittierten.

„Jugend+Sport will euch weiterhin unterstützen“, rief Pierre André Weber, Chef für Jugend- und Erwachsenensport im BASPO, den Kindern zu, „wenn eure Organisatoren die gesetzten Regeln einhalten“. Zum Abschluss der Veranstaltung flogen Hunderte farbiger Luftballone vor dem Bundeshaus in den Himmel. An deren Schnüren hing eine Karte mit der Forderung: #wirsindauchJugendundSport. Das kleine Aufgebot an Polizisten schaute dem friedlichen Event aus dem Hintergrund zu. Organisiert wurde die Kundgebung auf dem Bundesplatz von einem Organisationskomitee der von dem BASPO-Beschluss betroffenen Jugendverbände.

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