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Fake News

© Montage: Herbert Bodenmann

Unter Fake News werden laut Wikipedia "lancierte bzw. veröffentlichte 'vorgetäuschte Nachrichten' bzw. Falschmeldungen bezeichnet". Fake News kann eine versteckte Werbung für eine Firma enthalten oder deren Macher wollen die politische bzw. die religiöse Meinungsbildung beeinflussen. Besonders glaubwürdig erscheinen News, die von Fotos begleitet werden. Diese sind aber meist auch gefälscht.

An einer Tagung von Fairmedia in Basel (23.06.2017) sagte Prof. Dr. Vincenz Wyss, dass Angst die Basis sei, weshalb Fake News als wahr angesehen würden. Fake News in religiösem Zusammenhang werden oft von leichtgläubigen und teils verunsicherten Zeitgenossen, ohne Überprüfung des Wahrheitsgehalts, weiterverbreitet. (1 Thess 5,20-21)

Fake News können auf der Webseite von mimikama, einem Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch, gecheckt werden. Dies gilt auch für die Meldung, wonach in Kondensstreifen von Flugzeugen Chemikalien enthalten sein sollen, die den Menschen schaden würden...

Auf dieser Webseite zu "Fake News" wird zu Mails und Gerüchten, die in adventistischen Kreisen kursieren, Stellung genommen, soweit dies möglich ist. Tatsachen sind Beweisen zugänglich - Meinungen nicht zwingend. Die Problematik der negativen Evidenz bleibt bestehen, denn man kann nicht beweisen, dass etwas nicht ist. Gegen Verschwörungstheorien kommt man letztlich auch nicht wirklich an, aber vielleicht helfen die Informationen auf dieser Seite jenen, die (noch) offen für sachliche Infos sind.

Die Meldungen sind chronologisch aufgeführt.

Falschmeldung: "Adventisten sollen ebenso wie Jehovas Zeugen in Russland verboten werden"

02.05.2017

Es kursierte Ende April 2017 eine Information von Fox-News, wonach ein Gericht in Moskau einen Termin Ende Mai angesetzt habe, um die Adventisten ebenso zu verbieten wie am 20. April die Jehovas Zeugen (siehe zum Verbot der Jehovas Zeugen: https://www.apd.media/news/5155.html)
 
Die nachstehende Stellungnahme zur Fox-Falschmeldung stammt von:
- M. F. Kaminsky, Präsident der Euro-Asien-Division der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten
- O. Y. Goncharov, Direktor der Abteilung für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit (Public Affairs und Religious Liberty Director) der Euro-Asien-Division der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten, Mitglied des Beirats für die Zusammenarbeit mit religiösen Vereinigungen unter dem Präsidenten der Russischen Föderation
 
Hier folgt eine holprige, aber fast wörtliche Übersetzung der Stellungnahme:
„Angesichts der Informationen, die im Internet veröffentlicht wurden über ein geplantes Verbot der Tätigkeit der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Russland, informieren wir offiziell, dass diese Informationen aus inoffiziellen Quellen nicht mit der Realität übereinstimmen.

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Russischen Föderation ist eine gemeinschaftsorientierte Konfession, die mehr als 130 Jahre in diesem Gebiet tätig ist; es ist eine Gemeinschaft gesetzestreuer Gläubiger, die in ihrem Leben und ihrem Dienst danach streben, auf die sie umgebende Gesellschaft einen positiven Einfluss zu haben.

In den letzten Jahren hat die Kirche im Geiste der gegenseitigen Achtung einen konstruktiven Dialog mit den staatlichen Behörden aufgebaut, der es erlaubt hat, neue Möglichkeiten zu nutzen, um die Ressourcen der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten für die Erfüllung der Bedürfnisse der Gesellschaft zu nutzen. Das Programm "Die Gesundheit der Familie - die Gesundheit der Nation" zur Verhütung von lebensstilbedingten Krankheiten, wird umgesetzt unter Verwendung eines öffentlichen Zuschusses gemäss der Verordnung des Präsidenten der Russischen Föderation. Dies bestätigt die Tatsache, dass die Teilnahme der Kirche am öffentlichen Leben von den staatlichen Behörden gut angesehen wird.

Angesichts dessen erklären wir mit Nachdruck, dass es keinen Grund zu der Annahme gibt, dass ein berechtigter oder vernünftiger Grund für die Beschränkung oder für ein Verbot der Tätigkeit der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Russischen Föderation besteht.“
[Übersetzung: Herbert Bodenmann]

Die Publikation dieser Stellungnahme auf Englisch:
Adventist Leaders in Russia Address Fake News on Church Status
http://www.adventistreview.org/church-news/story-adventist-leaders-in-russia-address-fake-news-on-church-status

Die Adventisten in Russland arbeiten mit anderen Kirchen im Beirat des russischen Präsidenten zusammen und sind auch Mitglied der Russischen evangelischen Allianz (REA). Siehe dazu auch die APD-Meldung vom 19.06.2017: Russland: Adventist Mitglied in staatlichem Beratungsgremiumhttps://www.apd.media/news/5217.html

Falschmeldung: "Papst Franziskus hat einen älteren Bruder, der Adventist ist und: ein globales Sonntagsgesetz wird bald erlassen"

12.08.2013

Im Juli 2013 verbreitete der ehemalige Adventist und Prediger Hugo Gambetta die Nachricht, wonach Papst Franziskus einen älteren Bruder habe. Dieser sei Adventist. Der Papst habe diesem älteren Bruder die baldige Lancierung eines globalen Sonntagsgesetzes angekündigt.

Seitens der DSV-Kommunikationsabteilung haben wir diese Meldung - nach entsprechenden Nachfragen bei der Argentinischen Union der Siebenten-Tags-Adventisten - als Falschmeldung bezeichnet.

Papst Franziskus ist das älteste von fünf Geschwistern. Zwei Brüder und eine Schwester waren 2013 bereits gestorben, sodass damals nur noch die jüngste Schwester lebte. Mit wenig Aufwand für eine Recherche hätte diese Meldung als Fake News bezeichnet werden können. Sie wurde aber von einigen Adventisten unbesehen übernommen und weiterverbreitet.

Der Initiant dieser Meldung, Hugo Gambetta, hat Mitte August 2013 in einer elfminütigen Videobotschaft (nur in Spanisch) klargestellt, dass dies eine Falschmeldung war. Der Link mit diesem Dementi ist in der Zwischenzeit wieder gelöscht worden: (http://www.elevangelioeterno.com/v2/index.php?option=com_content&view=article&id=467:hermano-del-papa#comment-66)

Sonntagsgesetze


Spekulationen aus adventistischen Kreisen, dass bald Sonntagsgesetze erlassen werden sollen, kursieren alle paar Jahre. Keine dieser Meldungen hat sich bewahrheitet!

Solche Meldungen zu Sonntagsgesetzen finden, wie viele Fake News, eine Anhängerschaft und Verbreitung vor allem unter jenen Adventisten, die zu Verschörungstheorien neigen oder bei denen die Angst vor der Zukunft - vielleicht unbewusst - eine prägende Rolle in ihrem Glauben spielt.

Der Apostel Johannes schreibt in 1 Jo 4,18: "In der Liebe gibt es keine Furcht, denn Gottes vollkommene Liebe vertreibt jede Angst. Wer noch Angst hat, rechnet mit Strafe. Bei dem hat die Liebe ihr Ziel noch nicht erreicht."

Einige Hinweise zu Sonntagsgesetzen:

  • Sonntagsgesetze sind in vielen Staaten Europas seit Jahrzehnten in Kraft.
  • Sonntagsgesetze heissen Sonntagsgesetze, weil sie das Verhalten am Sonntag und nicht an einem anderen Tag der Woche regeln.
  • Die Sonntagsgesetze in den USA in den 1880er und 1900er Jahre, haben keinem Adventisten oder Juden verboten, am Samstag (Sabbat) zu ruhen oder den Gottesdienst zu besuchen. Es gab keinerlei Einschränkungen, was den Samstag (Sabbat) betraf, denn es waren keine Samstagsgesetze.
    Die Sonntagsgesetze haben auch nicht gefordert, dass Adventisten oder Juden am Sonntag den Gottesdienst besuchen sollten. Es waren am Sonntag gewisse Arbeiten verboten bzw. es war nicht erlaubt die Geschäfte geöffnet zu halten.
  • Adventisten haben damals gemeinsam mit Schnapshändlern, Saloonbesitzern und Besitzern von Sonntagszeitungen sowie Juden gegen die Sonntagsgesetze gekämpft. Sie setzten sich einerseits aus grundsätzlichen Überlegungen gegen die Aushöhlung des 1. Verfassungszusatzes (1. Amendment) ein und andererseits, aus wirtschaftlichen Gründen, für Gleic