Andachten

Andacht

Andacht 19.10.2020

19. Oktober 2020 | Christian Lutsch

Andacht 19.10.2020

Bildnachweis: claudiarndt / photocase.de

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. - Johannes 1,1 / Gott und die Welt gehören zusammen. Wenn das stimmt, wie können wir Gottes Wirklichkeit dann erleben? Die einzige Quelle, aus der ich über diesen Gott erfahre, ist die Bibel. Sie gibt Zeugnis von den vielen Offenbarungen Gottes durch die Geschichte hindurch. Dabei zeigt sich: Gott offenbart sich immer in einer direkten Konfrontation. Er spricht zum Menschen. Ausweichen geht nicht. Ignorieren geht nicht. Sein Wort trifft den Menschen quasi wie der Blitz – so wie ich dem roten Blitz auf der Autobahn nicht mehr ausweichen kann, wenn er aufleuchtet.Die Bibel ist ein sehr altes Buch. Hat sie mir heute überhaupt noch etwas zu sagen? Wer so fragt, klingt, als sei Gott schon längst gestorben oder verstummt.Ein Gewitter können wir hören, auch wenn es noch weit entfernt ist. So können auch die Offenbarungen Gottes aus der alten Bibel hier und jetzt noch gehört werden. Die Bibel ist das Wort eines lebendigen Gottes. Und sein Wort „geschieht“ – bis heute!Als mein Bruder und mein Vater einmal miteinander diskutierten, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Das Missverständnis war nur deshalb entstanden, weil sie sich an die Wörter und den bloßen Text hängten. Dabei verloren sie den Blick für das, was der andere jeweils wollte, nämlich: sich selbst offenbaren. So ist das auch mit Gott: Es geht nicht nur um Wörter oder um bloßen Text, sondern immer will Gott eines: sich selbst, sein Wesen offenbaren. „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ (Joh 1,14 EB) Ein Vater. Voller Gnade und Wahrheit. Mitten unter uns. Lebendig. So ist Gott. Das will er dir und mir sagen. Mit einfachen Worten.Oft fürchten wir, die Bibel sei ein rätselhaftes Buch mit sieben oder noch mehr Siegeln. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Gott will sich ja offenbaren. Er konfrontiert uns mit ihm selbst.Am Ende ist die Frage weniger, ob ich in der Bibel Gottes Wort erkenne oder nicht; sondern, ob ich in Gottes Wort Gott selbst erkenne – und was ich mit diesem Gott anfange, der da zu mir spricht. Lasse ich ihn an mich ran? Oder laufe ich davon?Gott, begegne du mir in deinem Wort!

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