Andachten

Andacht

Andacht 15.10.2020

15. Oktober 2020 | Joachim Hildebrandt

Andacht 15.10.2020

Bildnachweis: Weigand / photocase.de

So erfüllt meine Freude, dass ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig, eines Sinnes seid, nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht tut, sondern dass in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst; ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern ein jeder auch auf das der anderen! Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war. - Philipper 2,2–5 / Zwischen dem Schreiber und den Empfängern des Philipperbriefes bestand ein herzliches und inniges Verhältnis. Offenbar gab es kaum nennenswerte Streitfragen über die christliche Lehre, doch Paulus hatte von einigen zwischenmenschlichen Problemen erfahren. Seine Ermahnungen leitete er in liebevoller Weise ein: „So erfüllt meine Freude.“ In der Gemeinde gab es Eigennutz und Ruhmsucht. Vor allem mangelte es an Demut. Kurz gesagt, es fehlte an christlicher Gesinnung, an der Liebe zum Bruder und zur Schwester.Wie versuchte Paulus nun „alle Heiligen in Christus Jesus“ (Phil 1,1) zu einem Sinneswandel zu bewegen? Er wies in den folgenden Versen auf das einzigartige Vorbild Jesu hin: auf seine Geisteshaltung, die im Kreuzesgeschehen am deutlichsten zu erkennen ist (V. 5–11). Jesus, der Sohn Gottes, erniedrigte sich selbst, um uns Sünder zu Kindern Gottes zu erhöhen und in die Gemeinschaft mit Gott und untereinander zu führen. Dieser Abschnitt, von dem ein Kommentator schrieb, jeder Christ solle ihn auswendig kennen, steht im Zentrum aller christlichen Dogmatik.Doch hier geht es Paulus nicht um die Lehre über unsere Erlösung. Es geht darum, das „Missverhältnis zwischen meinem Leben und meinem Glauben“ (Leo Tolstoi) zu verringern. Wir betonen zu Recht, dass wir Christus ähnlicher werden sollen. Denken wir dabei nur an unseren Gehorsam Gott gegenüber oder vor allem an unsere Haltung dem Bruder und der Schwester gegenüber? Paulus jedenfalls spricht von der Gesinnung, die echte christliche Gemeinschaft ermöglicht.Ich gestehe, diese Texte haben mich erneut sehr betroffen gemacht und dazu bewegt, Gott täglich um mehr Demut und mehr Liebe zu meinen Glaubensgeschwistern zu bitten.„Menschen mit gleicher Gesinnung haben keineProbleme mit gegensätzlichen Meinungen.“Ernst Ferstl

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