Andachten

Andacht

Andacht 25.05.2020

25. Mai 2020 | Samuel Schmidt

Andacht 25.05.2020

Bildnachweis: es.war.einmal.. / photocase.de

Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn ein Brot ist’s: So sind wir, die vielen, ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben. - 1. Korinther 10,16–17 / Wenn wir Abendmahl feiern, dann erinnern wir uns daran, dass Jesus für uns litt und starb. Es ist für uns persönlich die Gelegenheit, die Verbindung zu Gott erneut zu bekräftigen. Moment, da stimmt etwas nicht: Paulus redet ja gar nicht von mir persönlich! Aber stehe ich nicht deswegen andächtig schweigend und in mich gekehrt beim Abendmahl, um an Jesu Tat für meine Erlösung zu denken und mich meiner Errettung zu versichern?Nein. Für Paulus sind weder Errettung noch Kreuzestod, weder Auferstehung noch der Heilige Geist Geschenke Gottes ausschließlich für ein einzelnes Individuum. Natürlich tat Gott alles für uns persönlich. Aber egal was Gott macht, es soll in Beziehung führen: Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst.Unsere Gesellschaft pflegt die Individualisierung. Bewundert werden diejenigen, die herausstechen, die besonders sind. Wir wollen uns selbst verwirklichen und nach unserem persönlichen Glück greifen. Individualität ist nicht schlecht, wir sind ja schließlich kein Ameisenstaat. Aber manchmal neigen wir dazu, zu sagen: Liebe Gott und dich selbst! Und so demonstrieren wir es oft auch beim Abendmahl. Wir stehen zwar nebeneinander, aber ansonsten allein vor unserem Gott.Wie wäre es denn, wenn wir als Gemeinde beim Abendmahl tatsächlich gemeinsam an einem Tisch säßen, jeder das Brot für den anderen bräche und den Saft einschenkte? Wie sähen unsere Gemeinden aus, wenn wir uns bewusst machten, dass wir eben nicht allein ins Reich Gottes eingehen, sondern zusammen?Wir sind alle Menschen und deshalb ist das Zusammenleben nicht immer leicht. Wer sich aber beim Abendmahl umsieht und keine Lust auf so manches Gesicht hat, kann es gleich bleiben lassen. Denn wer am Abendmahl teilnimmt, macht sich zum Teil des Leibes. Er lässt sich von Gott untrennbar mit allen anderen vereinen, die ebenfalls das Brot essen und den Wein trinken. Es gibt nur einen Gott und es gibt nur eine Gemeinschaft. Darum lasst uns Brot und Wein wahrhaft miteinander teilen.

Zurück