Andachten

Andacht

Andacht 12.02.2020

12. Februar 2020 | Bernhard Stroh

Andacht 12.02.2020

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Dein Name werde geheiligt. - Matthäus 6,9 / Das Vaterunser fordert uns auf, Gottes Namen (und auch Gott selbst) zu heiligen. So, lieber Leser, und nun mach mal!Eindeutige Gebrauchsanweisungen sind oft leichter zu befolgen als allgemeine Hinweise. Auch ich tue mich schwer mit der vagen Aufforderung, Gottes Namen zu heiligen. Was bedeutet das konkret? Was soll ich da tun? Unweigerlich denke ich an die Parodie Ein Münchner im Himmel, in der die Hauptperson nicht weiß, wie sie frohlocken soll, außer Halleluja zu singen.Die Formulierung der Gute Nachricht Bibel, in der die Bitte formuliert wird, dass Gott seinen Namen in der Welt groß machen soll, kann auch für uns die Aufforderung beinhalten, wir sollen unseren Kindern, Geschwistern, Freunden und aller Welt die Größe Gottes vor Augen malen. Wenn ich das Alte Testament lese, dann fällt mir immer wieder auf, dass die Israeliten bei zahlreichen Gelegenheiten auf die Grundlagen ihres Glaubens hinwiesen. Sie hörten nicht auf, sich an ihre Geschichte zu erinnern. Besonderen Stellenwert hatten Erinnerungen an ihre Erwählung, an ihre Rettung aus Ägypten oder an die Besitzergreifung des verheißenen Landes. Sie lebten aus und mit ihrer Geschichte.Könnte das nicht auch der Schlüssel für uns sein: auf Gottes Wirken in der Welt oder ganz speziell in meinem Leben, dem meiner Familie oder Gemeinde zu schauen? Was hat mich zu dem gemacht, der ich bin? Was waren die prägenden Ereignisse meines Lebens? Das Abitur, die begehrte Arbeitsstelle, der bestandene Führerschein und das erste Auto, die Hochzeit, ein schöner Urlaub, meine Taufe oder ein anderes einschneidendes Erlebnis? Jeder hatte Highlights in seinem Leben – sowohl positive als auch negative – und kann im Rückblick sehen, wie uns unser himmlischer Vater begleitet hat.So hat sich mein Gebetsverhalten dahingehend geändert, dass ich mir angewöhnt habe, am Anfang eines Gebets die Größe und die Wunder Gottes in der Welt und in meinem Leben zu beschreiben. Ich male mir aber auch Gottes Wesen, insbesondere seine Gnade und Liebe vor Augen.Gottes Namen zu heiligen heißt, Gott groß zu machen. Und das nicht nur in unseren Gebeten, sondern gerne auch im Bekenntnis vor unseren Mitmenschen.

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