Andachten

Andacht

Andacht 05.09.2019

05. September 2019 | Jürgen Schammer

Andacht 05.09.2019

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

So machte er [der Pharao] ihn zum Herrn über ganz Ägypten. „Ich bin und bleibe der Pharao“, sagte er zu Josef, „aber ohne deine Erlaubnis soll keiner in Ägypten Hand oder Fuß rühren.“ Er … gab ihm Asenat, die Tochter des Priesters von Heliopolis, zur Frau. So wurde Josef Herr über ganz Ägypten. Josef war dreißig Jahre alt, als er in den Dienst des Pharao, des Königs von Ägypten, trat. … Bevor die Hungerjahre herankamen, gebar Asenat, die Tochter des Priesters von Heliopolis, Josef zwei Söhne. Den Ältesten nannte Josef Manasse, Vergessen-Macher. „Denn Gott“, sagte er, „hat mich alle Not und den Verlust meines Vaterhauses vergessen lassen.“ Den zweiten nannte er Efraïm, Fruchtbar-Macher. „Denn Gott hat mich im Land meines Elends fruchtbar gemacht“, sagte er. - 1. Mose 41,43–46.50–52 / „Eilige Pressemeldung: Begnadigter Sexualstraftäter zum Vizekanzler ernannt!“ So etwa würden deutsche Medien in unseren Tagen die überaus „steile Karriere“ Josefs kommentieren – vorausgesetzt, keiner weiß, dass seine Verurteilung wegen versuchter Vergewaltigung ein kräftiger Justizirrtum war, weil man der Anklage einer abgeblitzten Verführerin mehr glaubte als den Unschuldsbeteuerungen eines rechtlosen Sklaven.Doch bleiben wir bei Josefs Geschichte von damals. Ihm war in jungen Jahren derart viel Unrecht geschehen, dass er daran hätte zerbrechen oder zumindest ein Dasein voller Hass, Verbitterung und Rachegedanken hätte fristen können. Aber nichts von alledem findet sich in seiner Biografie (1 Mo 37–50). Nein, Josef vertraute Gott voll und ganz, sodass er in den Namen seiner beiden Söhne verankerte, was sein Leben bestimmte: im Reinen zu sein mit der eigenen, schwierigen Vergangenheit und zugleich dankbar für Gottes Güte und Treue in der Gegenwart.Daraus können wir Schlüsse für das eigene Leben ziehen, wenn Umstände eintreten, die nur schwer zu verkraften sind. Was Josef trotz aller Widrigkeiten und Anfechtungen nicht nur überleben, sondern vertrauensvoll in die Zukunft schauen ließ, war seine stabile Beziehung zu Gott, getragen von jener Gewissheit, die Paulus viel später so formulierte: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken.“ (Röm 8,28 EB)Wohlgemerkt: alle Dinge!

Zurück