Andachten

Andacht

Andacht 01.09.2019

01. September 2019 | Johannes Fiedler

Andacht 01.09.2019

Bildnachweis: windkind. / photocase.de

Der HERR hat Großes an uns getan, des sind wir fröhlich. - Psalm 126,3 / Unzufrieden klopfte der Chorleiter mit dem Taktstock auf sein Notenpult. Wir probten als Chor den vertonten 126. Psalm. Aber hier unterbrach er uns: „Ihr hättet mal sehen sollen, wie angespannt und ernst eure Gesichter waren bei dem Text: ‚Der Herr hat Großes an uns getan, des sind wir fröhlich, des sind wir fröhlich!‘ Der Herr hat Großes an uns getan! Das wird so gesungen!“ Und dann trug er uns den Text mit fröhlich jubelnder Stimme und strahlendem Gesicht vor.Das liegt jetzt mehr als ein halbes Jahrhundert zurück. Aber immer wieder geht es in Gottesdiensten darum, das Große zu besingen, das Gott an uns getan hat, und in Predigten von seiner Güte und Freundlichkeit zu erzählen. Sind das dann Klänge der jubelnden Freude, und liegt das Strahlen auf unseren Gesichtern, das der Chorleiter damals bei unserem Chor hören und sehen wollte?Wer den 126. Psalm aufmerksam liest, stellt fest, dass hier Befreiung, Erlösung und Heimkehr besungen wurden, die Gott in der Vergangenheit geschenkt hatte: „Wie konnten wir lachen und vor Freude jubeln! Bei den anderen Völkern sagte man damals: ‚Der Herr hat Großes für sie getan!‘ Ja, der Herr hatte Großes für uns getan und wir waren glücklich.“ (Ps 126,2–3 GNB)Selbst wenn im Augenblick der Alltag und das Geschehen um uns herum keinen Anlass bieten mögen, „zu lachen und vor Freude zu jubeln“, so könnte doch die Rückschau auf die Führung und Hilfe Gottes in der Vergangenheit Grund zur Dankbarkeit und Freude sein.Und wer gerade eine Zeit der Dürre zu ertragen hat und vor ungelösten Problemen steht, der mag sein Leben eher im zweiten Teil des Psalmliedes abgebildet sehen und mit dem Liederdichter beten: „Herr, wende auch jetzt unser Geschick zum Guten, so wie du die ausgetrockneten Bäche im Südland wieder mit Wasser füllst! Wer unter Tränen die Saat ausstreut, wird voll Jubel die Ernte einbringen.“ (V. 4–5 NGÜ)Darum will ich Gott heute bitten, dass die Erfahrungen der alten Zeit sich auch in der Gegenwart als tragfähig erweisen und wir mit einstimmen können in das Lied: „Der Herr hat Großes an uns getan, des sind wir fröhlich!“ Aber bitte in der richtigen Tonart und mit dem passenden Gesichtsausdruck!

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