Andachten

Andacht

Andacht 02.08.2019

02. August 2019 | Martin Grundy

Andacht 02.08.2019

Bildnachweis: misterQM / photocase.de

Da rief Jesus ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: „Ich versichere euch: Wenn ihr euch nicht ändert und den Kindern gleich werdet, dann könnt ihr in Gottes neue Welt überhaupt nicht hineinkommen.“ - Matthäus 18,2–3 / Wieder einmal stand eine Geburtstagsfeier in der Familie an. In der Küche meiner Tochter wurde ein leckeres Frühstück vorbereitet. Wie immer durften die Kinder zuerst etwas nehmen und sich damit ins Wohnzimmer setzen. Meine dreijährige Enkeltochter kam mit ihrem vollen Teller herein und setzte sich mir gegenüber. Eigentlich bin ich immer ein lieber Opa, aber manchmal überkommt es mich, sie zu necken. Ich stahl mir einen Happen von ihrem Teller und sagte: „Das isst jetzt Opa.“ Aber anstatt mit mir zu schimpfen, sagte sie überraschend: „Oh ja, lass uns teilen!“, und gab mir die Hälfte von allem, was auf ihrem Teller war. Da wurde mir auf einmal ganz anders und ich dachte: Eigentlich ist es doch meine Aufgabe als Erwachsener, Kindern gutes Benehmen beizubringen, nicht umgekehrt.Viele Menschen werden tatsächlich wieder zu Kindern, wenn sie erwachsen werden, denn sie verdienen ihr eigenes Geld und können sich nun endlich die Spielzeuge kaufen, von denen sie immer träumten. Mir selber ging es nicht anders, sodass meine eigenen Kinder, als sie sich schon im Schulalter befanden, mir den treffenden Spitznamen Peter Pan gaben.Das alles ist aber nicht das, was Jesus meinte, als er sagte: „Werdet wie die Kinder.“ Sicherlich gibt es viele Beispiele dafür, was wir von Kindern lernen können. Wäre es nicht schön, wenn man wie im Kindergarten oder in der Familie einen Streit mit einem Handschlag beilegen könnte? Ich glaube, Jesus wünschte sich, dass wir in der Gemeinde Streitigkeiten genau so beenden. Warum aber tun wir uns als Erwachsene so schwer, jemandem zu verzeihen und das Geschehene zu vergessen?Kinder machen sich auch keine Gedanken darüber, woher die nächste Mahlzeit kommt. Sie vertrauen einfach den Eltern. Genau das können wir als Gläubige auch tun, denn egal, wie alt wir sind, bleibt Gott für uns unser himmlischer Vater, der versprochen hat, für uns zu sorgen. Deshalb können wir ihm auch als Erwachsene genauso vertrauen wie Kinder ihren Eltern.

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