Andachten

Andacht

Andacht 26.07.2019

26. Juli 2019 | Hans Heinz

Andacht 26.07.2019

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Er hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alles. - Apostelgeschichte 10,36 / In dem amerikanischen Spielfilm Hacksaw Ridge wird die wahre Geschichte eines jungen Mannes aus dem Zweiten Weltkrieg nachgestellt. Weil er sich als entschiedener Christ bekennt und allen Waffen abgeschworen hat, darf er als waffenloser Sanitäter in den Kampf ziehen, nicht um zu töten, sondern um Leben zu retten. Er muss für diese Einstellung freilich auch viel Kritik von seinen Vorgesetzten und eine Menge Spott von seinen Kameraden einstecken.Dieser junge Mann hieß Desmond Doss und war ein Mitglied der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Im Kampf um die Insel Okinawa im Frühling 1945 rettete Desmond Doss 75 Männer aus den blutigen Kämpfen, nicht nur Landsleute, sondern auch Feinde. Doss, der vor einiger Zeit verstorben ist, war mit seinem Einsatz ein leuchtendes Vorbild für glaubhaftes Christentum in Zeiten der Verwirrung und Grausamkeit.Die christliche Gemeinde hat weder den Auftrag noch die Kraft, den Lauf der Welt anzuhalten. Die Friedensbotschaft Christi – Friede mit Gott und untereinander – bedeutet jetzt noch nicht den universalen Weltfrieden. Vielmehr ist sie hineingestellt in die Friedlosigkeit der Welt, in welcher der Christ als Friedensdiener gefordert ist. Der gegenwärtige Friede Gottes wird persönlich erfahren und persönlich gelebt. Die endzeitliche Wende des Weltlaufs erst wird die ganze Welt umgestalten.Diese Erkenntnis prägte die Haltung der meisten frühen Christen in der Zeit vor der Reichskirche (4.Jh.). Erst als man vom Staat anerkannt und zur Staatskirche erhoben wurde, glaubte man, man müsse für die „res publica christiana“, für den christlichen Staat, auch zu den Waffen greifen. Die frühen Christen dagegen mieden den Waffendienst. Die einzige Waffe, die Christen für die Gesellschaft und den Staat einsetzen wollten, war die Fürbitte. Ein „Heer der Frömmigkeit“ sollte gegen Krieg und Umstürze ankämpfen (Origenes, Contra Celsum, 8.73).Zu dieser Aufgabe sind wir auch heute berufen. Für eine Welt, die sich in Kriegen und Umbrüchen zerstört, können wir nur beten und dort helfen, wo Menschen in Not sind. Dies bleibt unser dauernder „Krieg“, bis Christus, der König des Friedens, unsere Welt für immer befrieden wird.

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