Andachten

Andacht

Andacht 19.07.2019

19. Juli 2019 | Wilfried Krause

Andacht 19.07.2019

Bildnachweis: zettberlin / photocase.de

Denn der König des Nordens wird wiederum ein Heer zusammenbringen, größer als das vorige war; und nach einigen Jahren wird er ausziehen mit großer Heeresmacht und vielem Tross. Und zur selben Zeit werden viele aufstehen gegen den König des Südens. - Daniel 11,13–14 / Hand aufs Herz: Verstehst du den Text? Wenn du jetzt eine plausible Auslegung erwartest, muss ich dich enttäuschen. Eigentlich möchte ich schon wissen, was uns Daniel 11 sagen will, doch der Bibelabschnitt gehört für mich größtenteils zu den „böhmischen Dörfern“. In den zurückliegenden Jahrzehnten habe ich den einen oder anderen Erklärungsversuch gelesen oder gehört. Bis jetzt konnte mich keiner überzeugen. Noch immer warte ich auf den Tag, an dem mir dieses prophetische Wort erschlossen wird.Wie gehe ich mit Bibelworten um, die ich nicht verstehe? Einen Weg habe ich schon angedeutet. Es gibt aber auch Worte und Abschnitte, die ich „unbeackert“ liegen lasse. Wiederholt ist es dann passiert, dass Menschen oder Umstände unerwartet zu einem besseren Verständnis beigetragen haben.Was hilft mir dabei, dennoch ein dankbarer und zufriedener Bibelleser zu bleiben? Allein die Kapitel eins bis neun des Danielbuches haben mir schon so viel Gewinn gebracht, dass ich die Erkenntnislücke problemlos verkraften kann. Dabei denke ich an Daniel und seine drei Freunde. Ihr Glaubensmut und die daraus entstandenen Erfahrungen sind für mich ein Ansporn, Gott zu vertrauen. Das betrifft auch jene prophetischen Passagen, die ich zu verstehen meine.Doch im Neuen Testament verzeichne ich ebenfalls noch „weiße Flecken“. Dabei denke ich nicht nur an die Offenbarung. Selbst in Bezug auf einige Jesusworte habe ich schon mehrmals gebetet: „Herr, es wäre dir doch ein Leichtes gewesen, dich so auszudrücken, dass auch ich dich verstehe.“ In solchen Minuten war mir, als hörte ich ihn sagen: „Es reicht, wenn du das lebst, was du verstehst. Gibt es nicht dieses und jenes Wort, das du noch nicht verinnerlicht hast?“ Ja, ich muss dem Herrn recht geben.Immer wieder erlebe ich, dass sich ein vertrauter Text im Gespräch, während einer Verkündigung oder beim Lesen völlig neu erschließt. Es gibt nur wenige Predigten, die ich fünf Jahre nach der Premiere genau so halten möchte. „Graben“ wir weiter, um weiterhin neue Schätze zu entdecken.

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