Andachten

Andacht

Andacht 21.05.2019

21. Mai 2019 | Werner Jelinek

Andacht 21.05.2019

Bildnachweis: cydonna / photocase.de

Und ist er [der Tröster] erst gekommen, wird er den Menschen die Augen für ihre Sünden öffnen, für Gottes Gerechtigkeit und sein Gericht. - Johannes 16,8 / Der Heilige Geist ist keine Schwalbe nannte Stadionpfarrer Eugen Eckert sein jüngstes Buch. Mitunter gewinnt man den Eindruck, ein guter Fußballer habe ein paar Semester Schauspielunterricht genommen. Geschickt sucht er die Nähe des Gegenspielers, provoziert eine kurze Berührung und lässt sich dann theatralisch fallen. So versucht er einen Strafstoß herauszuholen.Eine Schwalbe im Fußball bedeutet Täuschung. Der Heilige Geist dagegen führt nicht hinters Licht. Er ist keine Schwalbe, sondern eine Taube. Nicht flatterhaft wie einst Jona, dessen Name Taube bedeutet, sondern ohne Falsch, so wie Jesus redete und lebte. Der Heilige Geist öffnet die Augen, überführt, schafft Klarheit.Ist das wirklich erstrebenswert? Klarheit über den eigenen Zustand kann leicht zu Trübsinn führen: „Was, so soll ich sein?“ Dann doch lieber im Trüben fischen, im Nebel stochern, das Zwielicht suchen, um nicht an der eigenen Wirklichkeit zu verzweifeln. Der Heilige Geist ist der Klarheit verpflichtet. Er vertritt sie aber nicht gegen uns. Er ist dein und mein Anwalt. Wenn er uns ins Licht stellt, stellt er uns nicht an den Pranger, stellt er uns nicht bloß. Sein Licht heilt. Es ist wirksame Lichttherapie.Wieso sollte Klarheit über die Sünde heilsam sein? Der Heilige Geist zeigt: Sünde ist Unglaube. Die frohe Kunde: Ich darf dem barmherzigen Herrn vertrauen. „Sieh nicht an, was du selber bist in deiner Schuld und Schwäche. Sieh den an, der gekommen ist, damit er für dich spreche.“ (Jochen Klepper: EG Württemberg Nr. 539, Gesangbuchverlag Stuttgart)Klarheit über die Gerechtigkeit besagt: Jesus ist beim Vater angekommen. Sein Tod war kein Scheitern. Seine Tat war richtig. Globale Gerechtigkeit ist seitdem mit der Gerechtigkeit Jesu verzahnt und zielt hin auf Gottes Reich, in dem die Gerechtigkeit wohnt.Klarheit über das Gericht heißt: Der Fürst dieser Welt ist gerichtet. „Der alt’ böse Feind“ ist abgeurteilt. Der Böse und damit das Böse haben keine Zukunft. Wer glaubt, kommt nicht ins Gericht.Wie gut, dass der Heilige Geist keine Schwalbe ist. Er betreibt keine Schönfärberei, wenn er die Wirklichkeit in leuchtenden Farben malt. Wir gehen einer hellen Zukunft entgegen.

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